Karwochenopfer

Im Auftrag der Schweizer Bischofskonferenz organisieren wir das jährliche "Karwochenopfer für die Christen im Heiligen Land" in den römisch-katholischen Kirchen und Ordensgemeinschaften. Die gesammelten Mittel kommen vollumfänglich lokalen kirchlichen Gemeinschaften oder Institutionen verschiedener Riten in den Ursprungsländern des Christentums zugute.
 
Wer die Lage in den Ursprungsländern des Christentums kennt, weiss, wie sehr die dortigen Christen auf Solidarität angewiesen sind. Willkür, Attentate, Grenzschliessungen, Arbeitslosigkeit, verunmöglichen Einheimischen ein regelmässiges Einkommen.

Mit der Kollekte des Karwochenopfers realisiert der Schweizerische Heiligland-Verein verschiedene Projekte in Israel, Palästina, Libanon, Syrien und Ägypten.



Rechenschaftsbericht: Verwendung Karwochenopfer 2011

So wird das Karwochenopfer verwendet
Das Karwochenopfer des vergangenen Jahres ergab Fr. 741 589.40. Der Schweizerische Heiligland-Verein teilt diesen Betrag mit der Kustodie der Franziskaner. Damit standen dem Verein brutto
Fr. 370 794.70 zur Verfügung. Nach Abzug der Kosten für Material und Werbung, 6 Prozent an Verwaltungskosten und dem Übertrag von Fr. 10 000 auf das Notfallkonto konnten Fr. 330 000 für Werke in folgenden Staaten eingesetzt werden: Im Libanon Fr. 110 000, je Fr. 70 000 in Israel und Palästina, Fr. 60 000 in Syrien und Fr. 20 000 in Ägypten.

Bildungsbereich
Ein grosser Bedarf besteht im Bildungsbereich. Mit dem Karwochenopfer werden folgende Stipendienfonds unterstützt: Bethlehem University in Bethlehem, École biblique et archéologique française in Jerusalem, House of Grace in Haifa, Collège des Frères, De La Salle High School in Jerusalem, Salesian Technical School in Bethlehem. Damit erhalten auch Schülerinnen und Schüler aus ärmeren Familien die Möglichkeit einer zukunftsgerichteten Ausbildung.
Die Berufsbildung entspricht nicht unseren Vorstellungen. Ziel der Schüler und Schülerinnen ist die Matura, mit dem Zugang zu Universitäten. Wer diesen Abschluss nicht erreicht, erhält die Möglichkeit zu einer Handwerkerausbildung. Die École Saint-Joseph der Antoniner im südlibanesischen Marjayoun bietet Erwachsenenbildung an, und die Deir el Ganadla School im oberägyptischen Assiut fördert arme und nicht eingeschulte Kinder. Für derartige Projekte hat der Schweizerische Heiligland-Verein Fr. 125 000 beigesteuert.

Seelsorge und Verkündigung
Die Kirchen erhalten keine Steuergelder; sie sind bei ihren Aufgaben auf die Einnahmen aus Eigenleistungen und auf die Unterstützung von Dritten angewiesen. Aus dem Karwochenopfer unterstützt der Heiligland-Verein Jugendarbeit, Religionsunterricht, Wochenend- und Sommerlager sowie die Weiterbildung der Mitarbeitenden. Unterstützt werden auch behinderte Kinder und Familien. Für diese Aufgaben hat der Verein im vergangenen Jahr Fr. 130 000 eingesetzt.

Diakonische Aufgaben
In allen Staaten ist die Arbeitslosigkeit recht hoch; Familien reicht das geringe Einkommen oft nur gerade zum Überleben, sodass sie oftmals auf fremde Unterstützung angewiesen sind. Der Verein leistet hier diakonische Hilfe; meistens auf Anfrage von einheimischen Mitarbeitenden von Kirchen und Ordensgemeinschaften, welche die persönliche Situation der Betroffenen kennen. Fr. 75 000 sind für derartige Anfragen gesprochen worden.

Für den Notfall
Beim Heiligland-Verein treffen immer wieder nicht budgetierte Hilfsgesuche ein. Aus dem Notfallkonto haben wir insgesamt Fr. 20 000 nach Ägypten ausbezahlt: Fr. 10 000 für Mikrokredite und damit Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen für die Familien in Minia, und Fr. 10 000 für die Erweiterung eines Kinderheims für Mädchen in der Region Kairo.
 
Der Vorschlag für den Verteilungsschlüssel 2012 beläuft sich auf CHF 330'000.00.
 
Wiederum werden die Projekte in zwei Prioritäten unterteilt:
 
Projekte 1. Priorität sind länger dauernde Verpflichtungen und werden mit höheren Summen berücksichtigt. Projekte 2. Priorität sind Verpflichtungen für kürzere Zeit und werden mit kleineren Summen berücksichtigt.
 
Projekte mit erster Priorität
CHF
Universität Bethlehem, Bethlehem (Stipendienhilfe), Palästina
50'000.00
Handwerkerschule der Salesianer, Bethlehem (Stipendienhilfe), Palästina
20'000.00
Griechisch-katholisch melkitisches Erzbistum von Akka, Haifa, Nazareth und dem ganzen Galiläa (Pastoral-sozialer Entwicklungsfonds Galiläa), Israel
20'000.00
Haus Gnade, Haifa (Kinder- und Jugendarbeit), Israel
20'000.00
Griechisch-katholisch melkitisches Erzbistum von Beirut und Jbeil (Pastoral-soziale Belange), Libanon
20'000.00
Gemeinschaft der Missionnaires de Saint Paul, Harissa (Seelsorgewerke), Libanon
20'000.00
Waisenhäuser Ain Warka und Beit Habbak der maronitischen Soeurs Missionnaires du Très Saint-Sacrement, Ain Warka (Ghosta), Libanon
20'000.00
Griechisch-katholisch melkitisches Bistum von Lattaquieh und dem Tal der Christen (Pastoral-soziale Belange), Syrien
20'000.00
Griechisch-katholisch melkitisches Bistum von Bosra, Hauran und Jabal Al-Arab (Pastoral-katechetische Belange), Syrien
20'000.00
Griechisch-katholisch melkitisches Bistums von Aleppo (Pastoral-soziale Belange), Syrien
20'000.00
Deir el Ganadla School, Assiut (Schulbildung für arme Kinder), Ägypten 15'000.00
TOTAL
245'000.00
Projekte mit zweiter Priorität
 
CHF
Ecole biblique et archéologique française, Jerusalem (Stipendienhilfe), Israel
10'000.00
Collège des Frères De La Salle, Jerusalem (Stipendienhilfe), Israel
10'000.00
Haus Gnade, Haifa (Stipendienhilfe), Israel
10'000.00
Waisenhaus und Schule der melkitischen Sœurs de Notre-Dame du Bon Service, Jabboulé bei Baalbeck, Libanon
10'000.00
Sr. Waltraud Marian, Sozialarbeit im Südlibanon, Libanon
10'000.00
École Saint-Joseph des maronitischen Ordens der Antoniner, Marjayoun (Erwachsenenbildung), Libanon
10'000.00
Armenisch-katholisches Patriarchat von Kilikien, Beirut (Sozialarbeit), Libanon
10'000.00
Mission de Vie, Antelias (Sozialarbeit), Libanon
10'000.00
Koptisch-katholisches Bistum, Minia (medizinische Versorgung in den Dörfern), Ägypten
5'000.00
TOTAL
85'000.00


Wort der Bischöfe

Wort der Schweizer Bischöfe zum Karwochenopfer 2012 für die Christen im Heiligen Land

"Orientalische Christen – Zukunft in ihrer Heimat"

Engagement für die Christen im Heiligen Land

Liebe Brüder und Schwestern in Christus

Das Karwochenopfer, zu dem der Schweizerische Heiligland-Verein und die Franziskanerkustodie seit vielen Jahren einladen, gibt uns die Gelegenheit, den Brüdern und Schwestern in den Ursprungsländern des Christentums zu helfen. So rufen wir auch in dieser Karwoche die Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz zur Solidarität mit dem Heiligen Land auf.

Das Jahr 2011 war geprägt durch Aufbruchbewegungen in Nordafrika und im Nahen Osten. Wir hoffen zutiefst, dass diese Völker zu einem friedlichen und solidarischen Zusammenleben zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Ethnien, Kulturen und Religionen und damit zum Frieden finden. Sicherheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Religionsfreiheit sind Grundvoraussetzungen, damit die schwierige Situation der Christen in der Region nachhaltig verbessert und die Abwanderung gestoppt werden kann.

Die Vertreter der orientalischen Kirchen vermitteln die Lebenssituation und die Probleme der Menschen im Nahen Osten aus eigener Erfahrung. Wir nehmen sie wahr und zeigen ihnen unsere tiefe Verbundenheit!

Wir sind solidarisch mit den orientalischen Christinnen und Christen. Sie leisten mit ihrer Arbeit im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen einen sehr geschätzten und unverzichtbaren Beitrag in der Gesellschaft. Deshalb unterstützen wir mit Spenden und unserem Gebet einheimische Kirchen und ihre Institutionen in ihren pastoralen, sozialen und katechetischen Tätigkeiten.

In den letzten Jahren haben die Pilger- und Begegnungsreisen in die Länder des Nahen Ostens erfreulich zugenommen. Wir ermutigen Sie, mit Ihren Pfarreiangehörigen und Gruppen weiterhin Reisen an die heiligen Stätten zu unternehmen. Diese Reisen sind ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit mit den orientalischen Christinnen und Christen. Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort sind wertvoll und gegenseitig bereichernd.

Im Namen der Christinnen und Christen im Heiligen Land danken wir allen Spenderinnen und Spendern von ganzem Herzen für die Unterstützung des Karwochenopfers. Möge Gottes Versöhnungssegen auf diese geprüfte Region herabkommen.

Freiburg, im April 2012


Die Schweizer Bischöfe

 

Dokumente Karwochenopfer 2012 zum downloaden

Flyer zum Karwochenopfer 2012



Flyer zum Karwochenopfer 2012 deutsch (PDF)
Flyer zum Karwochenopfer 2012 französisch (PDF)

Flyer zum Karwochenopfer 2012 italienisch (PDF)

Plakat zum Karwochenopfer 2012

Plakat zum Karwochenopfer 2012 deutsch (4.6 MB JPG)
Plakat zum Karwochenopfer 2012 französisch (4.6 MB JPG)
Plakat zum Karwochenopfer 2012 italienisch (4.6 MB JPG)


Vorschlag zur Ankündigung zum Karwochenopfer 2012

Vorschlag zur Ankündigung zum Karwochenopfer 2012 deutsch (PDF)
Vorschlag zur Ankündigung zum Karwochenopfer 2012 französisch (PDF)
Vorschlag zur Ankündigung zum Karwochenopfer 2012 italienisch (PDF)


Pressebilder zum Karwochenopfer 2012



Wort der Schweizer Bischöfe
zum Karwochenopfer 2012



Wort der Schweizer Bischöfe zum Karwochenopfer 2012 deutsch (PDF)
Wort der Schweizer Bischöfe zum Karwochenopfer 2012 französisch (PDF)
Wort der Schweizer Bischöfe zum Karwochenopfer 2012 italienisch (PDF)


Fürbitten
zum Karwochenopfer 2012



Fürbitten zum Karwochenopfer 2012 deutsch (PDF)
Fürbitten zum Karwochenopfer 2012 französisch (PDF)
Fürbitten zum Karwochenopfer 2012 italienisch (PDF)


Text für das Pfarrblatt zum Karwochenopfer 2012



Text für das Pfarrblatt zum Karwochenopfer 2012 deutsch (PDF)
Text für das Pfarrblatt zum Karwochenopfer 2012 französisch (PDF)
Text für das Pfarrblatt zum Karwochenopfer 2012 italienisch (PDF)