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16. Mai 2026

Krieg im Südlibanon – Märtyrertod und humanitäre Katastrophe

Anfang März 2026 erreicht uns ein dramatischer Bericht von Erzbischof Charbel Abdallah. Hier eine Zusammenfassung: Der Südlibanon, einst Schauplatz der Apostelgeschichte, ist heute ein Kriegsgebiet. Seit dem 1. März 2026 eskaliert die Gewalt erneut – mit verheerenden Folgen für die christlichen Dörfer dort. Der Tod von Pater Pierre Al Raii, der am 9. März in Qlayaa bei einem Bombardement ums Leben kam, steht symbolisch für das Leid einer Region, die seit Jahrzehnten von Konflikten zerrüttet wird.

Am Fest der Vierzig Märtyrer eilt Pater Pierre Al Raii zu Verletzten in ein bombardiertes Haus – und stirbt selbst durch einen Folgeangriff. Papst Leo XIV. nennt ihn einen «wahren Hirten». Doch er ist nicht das einzige Opfer: Am 8. März wird Sami Ghafari von einer Drohne erschossen. Er ist der Bruder von Pfarrer Maroun Youssef Ghafari in Alma-Chaab, den der Schweizerische Heiligland-Verein unterstützt. Drei junge Männer aus Ain Ebel sterben am 12. März bei der Reparatur von Internetkabeln. In Tyr verliert der Rotkreuz-Helfer Youssef Assaf, Vater von drei Kindern, sein Leben nach einem Angriff.

Eine Region in der Krise

Seit Oktober 2023 wütet der Krieg im Libanon. Strassen und Brücken sind zerstört, Lebensmittel und Medikamente knapp. Viele fliehen, doch einige bleiben – aus Überzeugung oder mangels Alternativen. «Unsere grösste Sorge ist, dass die Pfarreien belagert werden und keine Hilfe mehr ankommt», warnt Erzbischof Charbel Abdallah. Die christliche Präsenz, historisch tief verwurzelt, steht vor dem Aus.

Hoffnung in der Not

Trotz aller Gefahren bleibt Pfarrer Maroun in seiner Pfarrei in Alma-Chaab. «Sein Einsatz ist ein Zeugnis der Hingabe», betont Abdallah. Die Unterstützung aus dem Ausland – durch Gebete, Spenden und Solidarität – ist über­lebenswichtig. Doch die Lage ist verzweifelt: «Jeden Tag erleben wir Märtyrer, Zerstörung und Vertreibung.» Ohne Hilfe droht nicht nur eine humanitäre Katastrophe, sondern das Ende der christlichen Präsenz in dieser historischen Region.

Erzbischof von Tyrus Charbel Abdallah

Vermerk für Ihre Spende: Hilfe für Alma-Chaab

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15. Mai 2026

Im Gespräch mit Gabriela Muff: «Bewährtes bewahren – offen für Neues»

Gabriela Muff leitet seit Anfang Jahr die Geschäftsstelle des Schweizerischen Heiligland-Vereins (SHLV). Im Gespräch mit Andreas Baumeister erzählt sie, was sie an ihrer neuen Aufgabe reizt.

Gabi, was motiviert dich für deine neue Arbeit?
Der SHLV engagiert sich in einer von Krisen geprägten Weltregion und unterstützt Menschen, die Hilfe dringend brauchen. Das motiviert mich sehr.

Gabriela Muff leitet seit dem 1. Januar 2026 die Geschäftsstelle des SchweizerischenHeiligland-Vereins im Paulusheim an der Moosmattstrasse 4, 6005 Luzern 
info@heiligland.ch | 
+41 41 317 22 00
Gabriela Muff leitet seit dem 1. Januar 2026 die Geschäftsstelle des Schweizerischen Heiligland-Vereins im Paulusheim an der Moosmattstrasse 4, 6005 Luzern info@heiligland.ch | +41 41 317 22 00


Was gefällt dir besonders?

Ich schätze die Vielfalt der Aufgaben und den Kontakt mit engagierten Menschen. Es ist schön, Verantwortung zu übernehmen und etwas mitzugestalten.

Warum ist diese Arbeit heute wichtig?
Gerade in schwierigen Zeiten braucht es Zeichen der Hoffnung. Unsere Projekte stärken Menschen in schwierigen Lebenssituationen und geben ihnen Perspektiven.

Gab es einen besonderen Moment in den letzten Wochen?
Ja, eine Heimleiterin schrieb uns im Namen von 101 Kindern. Dank eurer Spende konnten wir mit Lebensmitteln, Heizöl und kleinen Dingen versorgt werden, die Freude schenken. Ihre Worte haben mich tief berührt.

Was möchtest du erreichen?
Ich möchte dazu beitragen, dass der SHLV ein verlässlicher Partner bleibt – und gleichzeitig neue Menschen für dieses Engagement gewinnen.

Was wünschst du dir?
Dass wir Bewährtes bewahren und offen bleiben für Neues – damit wir auch in Zukunft Hoffnung weitergeben können.

Vielen Dank, Gabi, für dieses Gespräch.

Andreas Baumeister

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15. Mai 2026

Maronitische Kirche: Charbel Makhlouf – Der Friedensstifter aus dem Libanon

Der heilige Charbel Makhlouf, libanesischer Nationalheiliger und maronitischer Eremit, ist in der Schweiz kaum bekannt. Doch Papst Leo XIV. besuchte am 1. Dezember 2025 während seiner Libanonreise dessen Grab im Maroun-Kloster in Annaya – ein bedeutender Pilgerort für Christen und Muslime. Das Kloster liegt auf 1200 Metern Höhe bei Byblos.

Charbel lebte dort im 19. Jahrhundert 15 Jahre als Priestermönch, bevor er sich in eine Einsiedelei zurückzog. Nach seinem Tod am Heiligabend 1898 kam es an seinem Grab zu Wunderheilungen. 1977 sprach ihn Papst Paul VI. heilig.

Die Botschaft des Papstes

Papst Leo XIV. bezeichnete Charbel als Mann, «der nichts schrieb, zurückgezogen und schweigsam lebte, dessen Ruhm sich aber weltweit verbreitete». Er lehre die Menschen, Stille, Armut und Gebet zu suchen – nicht «um des Scheins willen». Charbel sei ein grosser Fürbitter: «Nach seinem Tod wurde dies zu einem Strom der Barmherzigkeit.» Der Papst betonte, dass sich monatlich am 22. Tag Tausende Pilger in Annaya versammeln. Er vertraute Charbel eigene Anliegen an: «Für die Welt bitten wir um Frieden, besonders für den Libanon und die Levante. Doch es gibt keinen Frieden ohne Bekehrung der Herzen.»

Charbel Khachan wirkt als maronitischerPriester im Dekanat Freiburg.
Charbel Khachan wirkt als maronitischer Priester im Dekanat Freiburg.

Die Verbindung zur Schweiz

Nabih Yammine, Gründer von Solidarität Libanon-Schweiz, machte Charbel in der Schweiz bekannt. Er entdeckte Parallelen zu Bruder Klaus: Beide waren Eremiten, verehrten Maria, wirkten Wunder und setzten sich für Frieden ein. Im Zisterzienserkloster Hauterive wurde eine Ikone Charbels aufgestellt und 2021 bis 2025 in eine Kapelle versetzt. Im Studentenfoyer St-Justin in Freiburg wurden 2011 Reliquien von Charbel und Niklaus von Flüe installiert. Der Verein Solida­rität Libanon-Schweiz fördert Bildung, soziale Hilfe und die gemeinsame Verehrung der beiden Heiligen. An 33 Orten in der Schweiz und über 150 weltweit (u. a. Hiroshima und El Salvador) werden sie verehrt.

Charbel Makhlouf in Freiburg

Am 7. März 2026 segnete der verheiratete Priester Charbel Khachan in der Kirche St. Peter in Freiburg Gläubige mit Reliquien Charbels. Khachan wirkt seit 2023 als maronitischer Priester im Dekanat Freiburg. Er hofft, bald einen festen Platz für die Reliquien in der Kirche einrichten zu können. Die Bewegung Famille Saint Charbel veröffentlichte 2025 einen Comic über Charbel, dessen Lektorat Ghada Khachan, die Frau von Priester Khachan , übernahm.

Hans Rahm

 

Famille Saint Charbel
Saint Charbel – Le Saint Moine du Liban
Kindle Ausgabe, Taschenbuch
oder gebundenes Buch
2025 | 64 Seiten

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12. April 2026

Überlebenshilfe und Friedensarbeit im Land Jesu

Einmal mehr ist die Lage im Nahen Osten schwierig. Umso mehr engagiert sich der Schweizerische Heiligland-Verein für Projekte in der Region. Hier geht es zum Interview von Beatrix Ledergerber-Baumer vom FORUM Magazin der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.

Einmal mehr ist die Lage im Nahen Osten schwierig. Umso mehr engagiert sich der Schweizerische Heiligland-Verein für Projekte in der Region. Hier geht es zum Interview von Beatrix Ledergerber-Baumer vom FORUM Magazin der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.

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6. Februar 2026

Papst Leo XIV. im Libanon – für Dialog und Frieden

Vom 30. November bis 2. Dezember 2025 besuchte Papst Leo XIV. den Libanon im Rahmen seiner ersten Apostolischen Reise ins Ausland, die ihn zuvor auch in die Türkei geführt hatte. Diese Reise war nicht nur ein historisches Ereignis für den Libanon, sondern ein wichtiges Zeichen der Solidarität, des Dialogs und des Friedens in einer Region, die seit Jahren von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krisen geprägt ist.

Der Besuch führte den Papst unter anderem nach Beirut, zu interreligiösen Begegnungen mit muslimischen Vertretern, und zum berühmten Marienheiligtum «Unserer Lieben Frau vom Libanon» in Harissa (siehe Foto unten). Dort traf er Bischöfe, Priester, Ordensleute und Seelsorgende der orientalischen Kirchen und unterstrich in seinen Ansprachen, dass Glauben Leben im Dienst an anderen bedeutet – und dass Christinnen und Christen und andere Religionsgemeinschaften gemeinsam Wege des Friedens und der Versöhnung gehen können.

Ein bewegender Moment der Reise war auch das Gebet am Grab des heiligen Charbel Makhlouf im Kloster Saint Maroun in Annaya. Der libanesische Heilige wird nicht nur von Christinnen und Christen, sondern auch von vielen Muslimen verehrt. Der Papst betete dort für Frieden im Libanon und in der gesamten Region – ein symbolisches Zeichen der Verbundenheit über konfessionelle Grenzen hinweg.

 

Besonders für die maronitische Kirche war der Besuch eine wichtige Ermutigung, wie unser Projektpartner Erzbischof Charbel Abdallah von Tyr im Südlibanon nach dem Besuch betonte. «Viele Menschen empfanden seinen Besuch als Zeichen, dass ihre Sorgen gesehen werden und sie nicht vergessen sind.»

So wurde der Papstbesuch vor allem als spirituelle Geste wahrgenommen – als Einladung, Hoffnung zu bewahren und Brücken zwischen Menschen und Religionen zu bauen.

Andreas Baumeister
Zusammenschau Pressemitteilungen

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6. Februar 2026

Kardinal Pizzaballa in Freiburg geehrt

«Trotz allem bleibt die Kirche im Heiligen Land ein Zeichen der Hoffnung», sagte Kardinal Pierbattista Pizzaballa in seiner Predigt in der Kathedrale Freiburg. Hass und Gewalt, so der lateinische Patriarch von Jerusalem, hätten nicht das letzte Wort. Gottes Zusage sei stärker als Trümmer, Bomben und Hassreden. Der italienische Franziskaner predigte am Tag nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Universität Freiburg. Die Auszeichnung wurde ihm am 15. November 2025 am Dies Academicus verliehen.

Die Fakultät ehrte mit Pizzaballa eine der prägendsten kirchlichen Persönlichkeiten im Heiligen Land. Seit über 20 Jahren setzt er sich als Kustos der heiligen Stätten, als Apostolischer Administrator und heute als Erzbischof von Jerusalem für Dialog, Frieden und Verständigung zwischen Religionen und Bevölkerungsgruppen ein.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa forderte in seiner Predigt in der Kathedrale von Freiburg, geist­lichen Widerstand zu leisten, weil Gottes Zusage für eine friedliche Welt stärker sei als Bomben und Hassreden.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa forderte in seiner Predigt in der Kathedrale von Freiburg, geist­lichen Widerstand zu leisten, weil Gottes Zusage für eine friedliche Welt stärker sei als Bomben und Hassreden.

 

Besondere Anerkennung fand sein mutiger Einsatz im Oktober 2023, als er sich im Austausch gegen die von der Hamas entführten israelischen Kinder als Geisel anbot. Damit machte er deutlich, dass christliche Hoffnung nicht nur verkündet, sondern gelebt werden muss.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Gottesdienst zum Dies academicus in der Christkönig-­Kirche in Freiburg.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Gottesdienst zum Dies academicus in der Christkönig-­Kirche in Freiburg.

 

In Freiburg sprach Kardinal Pizzaballa von einem «geistlichen Widerstand», der aus Vertrauen in Gott, einer neuen Sicht auf die Wirklichkeit und beharrlichem Einsatz für das Leben besteht. Immer wieder erinnerte er daran, wie wichtig das Zeugnis der Christinnen und Christen im Heiligen Land sei – nicht als Machtfaktor, sondern als Brückenbauer.

Sein Besuch und seine Worte hinterliessen ein starkes Echo: als Ermutigung für die Kirche vor Ort und als Einladung, auch hier Hoffnung, Frieden und Versöhnung zu leben.

Hans Rahm

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24. November 2025

Pierbattista Pizzaballa – «Frieden braucht Zeit»: Jerusalemer Kardinal im Interview

Die Universität Freiburg würdigt Kardinal Pierbattista Pizzaballa mit dem Ehrendoktor in Theologie. Für die Auszeichnung reiste der lateinische Patriarch von Jerusalem eigens in die Schweiz. Im Interview mit SRF spricht er über seine Region zwischen Realität und Hoffnung – und darüber, wie er versucht, den Dialog wiederzubeleben.

 

SRF: Sie und Ihre Gemeinde in Israel und Gaza haben in letzten zwei Jahren Schlimmstes durchlebt. Wie geht es Ihnen heute?

Kardinal Pierbattista Pizzaballa: Okay. Wir sind alle müde. Nicht nur körperlich, auch spirituell, emotional, psychisch. Es ist schwer, einen Ausweg zu sehen. Der Druck war immens, auch auf mich als einen «Pastor», als lokalen Gemeindeleiter.

Es gibt noch Menschen, die anders denken wollen. Sie sind Geistlicher. Können die Religionen Hoffnung schenken in Nahost?

Wenn wir Gläubigen nicht in der Lage sind, ein Wort der Hoffnung zu sprechen und Horizonte zu öffnen mit unserer Sprache, – was macht dann Glaube für einen Sinn? Das Vertrauen ist im Nahen Osten extrem herausgefordert: Zwischen Israelis und Palästinensern gibt es überhaupt kein Vertrauen. Es gibt Hass.

Die Israelis empfinden den 7. Oktober als eine Art «Mini-Schoah», als existentielle Bedrohung. Die Palästinenser wiederum glauben, die Israelis wollten sie alle, ja alle, ins Meer treiben. In diesem Kontext Vertrauen wieder aufzubauen, ist nicht einfach. Klar ist: Die politischen und leider auch die religiösen Institutionen zeigten ihre Schwäche. – Jetzt müssen wir auf die Basisbewegungen vertrauen. Denn es gibt noch Menschen, die anders denken wollen.

Hören Sie hier das ganze Interview.

 

Das Gespräch führte Judith Wipfler.

Quelle: Radio SRF 2 Kultur, Perspektiven, 16.11.2025, 08:30 Uhr ; wipj/minj

 

 

 

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24. November 2025

Unsere neue Leiterin der Geschäftsstelle Gabriela Muff stellt sich vor: «Die Situation im Nahen Osten bewegt mich»

Wir freuen uns sehr, dass wir mit Gabriela Muff eine junge, kompetente und motivierte Nachfolgerin für Elisabeth Janssen gewinnen konnten. Ganz herzlich begrüssen wir Gabriela Muff, die hier erzählt, was sie motiviert, die Geschäftsstellenleitung unseres Vereins zu übernehmen:

Liebe Leserinnen und Leser
Der Geburtsort hat einen grossen Einfluss auf unser Leben. Vor allem wenn ich in andere Länder reise, wird mir bewusst, wie verschiedene Einflüsse und Gegebenheiten Weichen stellen, die kaum mehr anders gestellt werden können, um eigene Wege zu gehen. Die Situation im Nahen Osten bewegt mich schon lange. Umso schöner ist es, dass es Initiativen gibt, die sich für die Schicksale von Menschen einsetzen und Brücken bauen, wo es keine Wege zu geben scheint. Ich freue mich, im Januar die Geschäftsstellenleitung des SHLV zu übernehmen und gemeinsam mit dem Vorstand und allen Interessierten die Arbeit des Vereins weiterzuführen und weiterzuentwickeln. Mir liegt besonders am Herzen, dass wir weiterhin wichtige Projekte unterstützen und damit die Hoffnung und gegenseitigen Respekt in einer schwierigen Region stärken können. Retten kann man nicht die ganze Welt, aber vielleicht einzelne Leben positiv verändern.

Gabriela Muff

 

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24. November 2025

«Unsere Arbeit bleibt fragil»: Die Schwestern von Jabboulé bleiben dran

In einem Rundschreiben blickt Schwester Jocelyne Joumaa auf ein besonders schwieriges Schuljahr 2024/25 zurück: Trotz wirtschaftlicher, politischer und sozialer Heraus­forderungen hätten sich die Verantwortlichen an der bischöf­lichen Schule in Jabboulé «weder für Angst noch für Müdigkeit, sondern für die Hoffnung entschieden».

Trotz schwieriger Umstände blickt die Schule der Schwesterngemeinschaft Unserer Lieben Frau vom Guten Dienst in der Bekaa-Ebene im Nordosten des Libanon auf ein erfolgreiches Schuljahr zurück. Wie die Schulleiterin Schwester Jocelyne berichtet, erhielten die Kinder und Jugendlichen nicht nur Unterricht von hoher pädagogischer und didaktischer Qualität, sondern auch «einen Hauch von Leben, Schönheit und Licht in einer von Prüfungen verdunkelten Zeit».

 

 

Zu den besonderen Momenten des Jahres zählte der Besuch des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Paolo Borgia. Der Botschafter des Papstes im Libanon
bezeichnete Schule und Waisenhaus als «ein Zeichen lebendiger Hoffnung im Herzen der Kirche». Zugleich dankte er den Schwestern für ihren Einsatz während des sogenannten Oktoberkriegs, als sie mehr als 850 Vertriebene aufnahmen und versorgten.

Ein Schwerpunkt des Unterrichts lag im vergangenen Jahr auf der Förderung aktiver Staatsbürgerschaft. Mit Besuchen beim Bürgermeister, einer Führung durch die regionale Müllsortieranlage und Exkursionen in verschiedene Landesteile lernten die Schülerinnen und Schüler, Verantwortung für ihre Gemeinschaft und Umwelt zu übernehmen – Staatskunde ganz konkret.

Trotz aller Erfolge bleibt die Situation herausfordernd. «Unsere Arbeit ist noch nicht beendet, sie bleibt fragil – und sie braucht euch weiterhin», schreibt Schwester Jocelyne abschliessend an die Unterstützerinnen und Unterstützer vom Schweizerischen Heiligland-­Verein.

Boris Schlüssel

Vermerk für Ihre Spende: Schule in Jabboulé

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24. November 2025

Bischof Charbel Abdallah ruft um Hilfe: «Dank eurer Unterstützung können wir unseren Dienst fortsetzen»

Leider konnte Bischof Charbel Abdallah aus Tyr unserer Einladung,
an der diesjährigen Generalversammlung teilzunehmen, nicht folgen.
Die anhaltend schwierige politische Situation in seiner Diözese im
Süd­libanon sowie sein Lehrauftrag an der Hochschule in Kaslik bei
Jounieh verhinderten die geplante Auslandsreise. Dennoch konnten wir
Bischof Charbel live erleben: Er wurde per WhatsApp zugeschaltet und
berichtete eindrücklich über die Lage in seiner Region. Drei Wochen
nach unserer Versammlung meldete er sich erneut mit einem dringenden Hilferuf.

+ Bischof Charbel Abdallah und Père Maroun Ghafari besichtigen die Zerstörungen in Alma-Chaab, einem christlichen Dorf in der Nähe der israelischen Grenze.

 

Im Sommer 2025 hatte sich die poli­tische Situation im Südlibanon etwas beruhigt, und die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah sowie der Amal-Bewegung wurden ausgesetzt. Zwar konnten die christlichen Bewohnerinnen und Bewohner in ihre Dörfer und Häuser zurückkehren, doch stehen sie oft vor zerstörten Gebäuden und müssen ohne Strom und fliessendes Wasser auskommen.

Nach dem 7. Oktober 2023 hatten Hisbollah-Kämpfer auch von mehreren christlichen Dörfern aus Mörser gegen israelische Stellungen abgefeuert. Die israelische Armee reagierte mit Artilleriebeschuss auf die von der Bevölkerung fluchtartig verlassenen Ortschaften.

In den meisten Dörfern und Städten sowie entlang der israelischen Grenze im Südlibanon leben mehrheitlich Schiiten. Christinnen und Christen sind in dieser Region eine Minderheit, deren Anteil durch Auswanderung weiter zurückgeht. In der maronitischen Diözese Tyr, die von Bischof Charbel Abdallah geleitet wird, leben heute noch rund 30 000 Gläubige. Das Zusammenleben zwischen den religiösen Gemeinschaften – auch zwischen Christinnen und Christen sowie Schiitinnen und Schiiten – ist im Südlibanon von gegenseitigem Verständnis und Toleranz geprägt. Das bestätigte Bischof Charbel auch in seiner Liveschaltung.

Bischof Charbel berichtete auch von Père Maroun Ghafari, einem seiner Priester, der als Pfarrer in Alma-Chaab, einem Dorf direkt an der israelischen Grenze, tätig ist. Er hatte in den vergangenen Monaten fast die gesamte Zeit in seinem Dorf ausgeharrt und sich nur während des direkten Beschusses kurzzeitig zurückgezogen. Im Sommer begrüsste er die Rückkehrer in seinem Dorf, wie auch Bischof Charbel, der ihn im Rahmen einer Visitationsreise besuchte. Ein grosser Teil des Pfarrzentrums wurde zerstört, ebenso der Traktor, der einst durch Spenden des Schweizerischen Heiligland-Vereins angeschafft worden war. Weite Teile der Felder, die von den Pfarreiangehörigen bewirtschaftet werden, sind durch Phosphorbomben unfruchtbar geworden.

Die Priester der maronitischen Kirche leisten ihre pastorale Arbeit unentgeltlich. Ihren Lebensunterhalt sichern sie durch einen Brotberuf. Viele sind verheiratet und haben Familie, deren Versorgung grosse Anstrengungen erfordert. Oft sind die Ehefrauen ebenfalls berufstätig. Die Wohnverhältnisse sind bescheiden, die medizinische Versorgung eingeschränkt und teuer. Besonders die Ausbildung der Kinder – vor allem ein Studium in Beirut – stellt die Familien vor erhebliche Herausforderungen. Ein Priester bleibt in der Regel ein Leben lang im selben Dorf.

Anfang Oktober erreichte uns ein Schreiben von Bischof Charbel Abdallah, in dem er vom Wiederaufflammen der kriege­rischen Aggression berichtet.

Bischof Charbel schreibt:

Liebe Freundinnen und Freunde
vom Schweizerischen Heiligland-­Verein

Am frühen Morgen des Samstags, dem 11. Oktober 2025, wurde unsere Gemeinde in Msaileh, die zur maronitischen Diözese von Tyr gehört, während rund einer Viertelstunde bei mehreren aufeinanderfolgenden Luftangriffen mit Raketen beschossen.

Diese Angriffe richteten sich vor allem gegen Maschinen und Geräte – wie Bulldozer und andere Baumaschinen –, die für Sanierungs­arbeiten eingesetzt wurden. All diese Geräte befanden sich entlang des Dorfes Msaileh, das am Eingang der maro­nitischen Diözese von Tyr auf der Seite von Zahrani liegt.

Die wiederholten und heftigen Explosionen verursachten erhebliche Schäden an Häusern und Einrichtungen, insbesondere bei den bedürf­tigsten Familien, die in dem betroffenen Gebiet leben.

Vier Stunden nach Ende der Bombardierung begab ich mich persönlich vor Ort, um unsere Gläubigen zu besuchen, ihre Häuser zu besichtigen und das Ausmass der Zerstörung zu erfassen. Ich besuchte jedes einzelne Haus – alle waren in unterschiedlichem Ausmass beschädigt, keines blieb verschont.

Insgesamt sind rund dreissig Häuser betroffen, die allesamt dringend repariert werden müssen, zumal die Regenzeit unmittelbar bevorsteht.

Zu den Schäden zählen zerborstene Glasscheiben und die vollständige Zerstörung von Türen und Fenstern, ob aus Metall oder Holz, die durch die Wucht der Explosionen herausgerissen wurden. Viele Häuser weisen zudem tiefe Risse auf, die dringend ausgebessert werden müssen, um Wassereintritte im Winter zu verhindern. Auch das Mobiliar wurde stark beschädigt, und in einigen Gebäuden sind Decken teilweise eingestürzt.

Während des Beschusses zerbarsten die Fensterscheiben über den schlafenden Bewohnerinnen und Bewohnern und verletzten viele von ihnen schwer. Zahlreiche Verletzte mussten in nahegelegene Spitäler gebracht werden, um dort medizinisch versorgt zu werden.

Angesichts dieser Notlage starten wir heute eine dringende Spendenaktion, um die beschädigten Häuser wieder instand zu setzen. Die betroffenen Familien haben keinen anderen Zufluchtsort.

Wir danken Ihnen, liebe Freundinnen und Freunde des Schweizerischen Heiligland-Vereins, von Herzen für Ihre fortwährende Unterstützung und Ihre Verbundenheit mit uns in der maroni­tischen Diözese Tyr. Dank Ihrer Grosszügigkeit können unsere Familien ihre Würde wiedergewinnen und in Frieden und Sicherheit weiterleben.

Wir wünschen Bischof Charbel und seinen Gläubigen viel Mut und Hartnäckigkeit beim Ausharren in dieser umkämpften Region. Wir lassen sie nicht allein und werden sie, zusammen mit Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, nach unseren Möglichkeiten unterstützen. Vielen Dank für Ihre Solidarität mit den Christinnen und Christen im Süd­libanon.

Andreas Baumeister

Vermerk für Ihre Spende: Aufbau im Südlibanon

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