Alle Aktualitäten

17. August 2021

Wir stehen vor einer Hungersnot

Seit vielen Jahren engagiert sich Père Maroun Ghafari im Dorf Alma-Chaab im Südlibanon als Pfarrer und Schulleiter für die lokale Bevölkerung. So sorgt er sich um Schulgelder für Kinder und Jugendliche sowie um Mietzuschüsse, Lebensmittelhilfen, Medikamente und ärztliche Behandlungen für Armutsbetroffene und alte Menschen. Angesichts einer ständigen Verknappung von Lebensmitteln im Land lanciert Père Maroun nun ein Landwirtschaftsprojekt auf pfarreieigenem Land und ermutigt die Leute zur Selbsthilfe.

Père Maroun sammelt Geld für diesen Occasionstraktor mit Anhänger, den er gerne Leuten in seinem Dorf kostenlos zur Verfügung stellen möchte.

«Wie in allen Teilen des Libanon ist die Lage auch bei uns hier im Süden sehr düster. Wir stehen vor einer Hungersnot», schreibt Père Maroun in einer Mailbotschaft an den Schweizerischen Heiligland-Verein. «Wenn der Libanon keine Hilfe bekommt, wird das Land zusammenbrechen. Seit der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut im August 2020 verschärft sich die ökonomische, gesundheitliche und soziale Krise immer weiter.» Weil in dieser Situation vor allem auch Nahrungsmittel immer teurer und knapper werden, hat Père Maroun eine Projektgruppe gegründet, um einerseits Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner einzuladen, auf Land der Pfarrei Getreide, Obst und Gemüse anzubauen. Andererseits sorgt diese Gruppe dafür, dass Saatgut für Getreide verteilt wird und ermutigt die Leute, wieder ihr eigenes Land zu bebauen, wie es ihre Elterngeneration noch gemacht hat.

 

Die Projektgruppe möchte den Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern auch geeignetes Arbeitswerkzeug, wie einen Occasionstraktor, einen Ladewagen, einen einfachen Pflug oder einen Stromgenerator zur Verfügung stellen und sucht dafür Spenden. «Wir denken im Moment nicht an Gewinne», meint Père Maroun, «sondern nur an das nackte Überleben. Wir sind müde geworden, aber wir haben weder unseren Glauben noch unsere Hoffnung verloren.»

 

Spendenvermerk: Landwirtschaft in Alma-Chaab

weiter lesen
20. Mai 2021

Neue Eskalation der Gewalt zwischen Palästinensern und Israel

Eine neue Eskalation der Gewalt zwischen Palästinensern und Israel wurde durch Zusammenstöße in Jerusalem zwischen Polizei und Palästinensern zunächst auf der Esplanade der Moscheen und dann im Viertel Sheikh Jarrah ausgelöst.

Erzbischof PIERBATTISTA PIZZABALLA, ofm Lateinischer Patriarch von Jerusalem „Was wir in diesen Tagen erleben, ist schrecklich, aber es ist die Folge einer langen Periode einer Politik der Verachtung. Es gibt nicht gleiche Rechte für alle, es gibt Bürger der Klasse A und B, und wir sehen es deutlich im täglichen Leben: Rechte, Besetzung und Siedlungen, Dinge, die wir schon kennen und die wir müde sind zu wiederholen. Aber das ist leider Alltag.“

Die Zusammenstöße griffen dann auf den Gazastreifen über. All dies hat zum Ausbruch eines Krieges geführt, dessen unschuldige Opfer Kinder sind. P. GABRIELLE ROMANELLI Lateinischer Gemeindepfarrer von Gaza „Die Kinder haben keine Zugehörigkeit, sie sind nicht mit einer Partei oder sonst etwas verbunden.“

P. YOUSSEF ASAAD Lateinischer Vikar von Gaza „Was nützt es, wenn ein Vater in der Blüte ihrer Jugend seine Kinder begräbt? Wer wird seine Tränen trocknen? Wer hat ein gebrochenes Herz in Gaza? Wer entschädigt einen Sohn, dessen Vater gestorben ist? Wer entschädigt eine Frau, die in jungen Jahren verwitwet? Wer wird die Person entschädigen, die eine Gliedmaße verloren hat oder verletzt und behindert wurde?“

Schwester NABILA SALEH Direktorin der Schule der Rosenkranzschwestern von Gaza „Aus meiner Sicht ist es ein Verlust für beide Seiten. Unsere Kinder haben bisher vier Kriege miterlebt. Stellen Sie sich die Psyche dieses Kindes vor, das sein Leben im Krieg verbracht hat, wie wird seine Zukunft aussehen! Er wird sein Leben lang Hass empfinden.“

Die Verwüstung in Gaza ist überall zu sehen, das Ergebnis schwerer Bombardierungen. Auch die Schule der Rosenkranzschwestern wurde beschädigt. Schwester NABILA SALEH Direktor der Schule der Schwestern vom Rosenkranz in Gaza „Sehen Sie hier, das ganze Gebäude hat Schaden genommen. Ich war seit Beginn der Bombardierung nicht mehr hier… oh Gott, oh mein Gott. Es gibt Schäden am Kindergarten: zerbrochene Fensterscheiben, Risse in den Wänden, aber was mich beunruhigt, ist das Fundament des Gebäudes, das durch die Bombardierung beschädigt worden sein könnte.“

Erzbischof PIERBATTISTA PIZZABALLA, OFM Lateinischer Patriarch von Jerusalem „Trotz alledem müssen wir Gläubigen, vor allem wir Christen, die wir Ostern, die Auferstehung unseres Herrn gefeiert und den Heiligen Geist empfangen haben, glauben, dass für Gott nichts unmöglich ist. Wir sind hier, um eine Gesellschaft aufzubauen, in der Liebe, Respekt und gegenseitiges Verständnis die Grundlage sind: das ist die erste Berufung von uns Christen des Heiligen Landes.“

Eine neue Eskalation der Gewalt, die wie die anderen durch das Ausbleiben einer Lösung der palästinensischen Frage angeheizt wird. Erzbischof PIERBATTISTA PIZZABALLA, OFM Lateinischer Patriarch von Jerusalem „Wir religiösen Führer, nicht nur Christen, sondern auch Muslime und Juden, müssen lehren, andere zu respektieren, auch wenn sie anders sind als wir. Die politischen Führer sollten aufhören, gegen andere zu sprechen und eine Gesellschaft aufbauen, in der jeder die gleichen Rechte und Pflichten hat.“

Christian Media Center

weiter lesen
8. Mai 2021

Nothilfe für Kinder im Libanon

Die Ordensgemeinschaft der Karmeliten führt im Norden Libanons mehrere Schulen, deren Weiterbestehen durch die politische, wirtschaftliche und gesundheitliche Krise in Frage gestellt sind. Der Provinzial der Karmeliter, Pater Raymond Abdo, bittet um Hilfe.

Schülerinnen und Schüler der Karmelitenschule in Kobayat

«Seit 2019 lebt der Libanon im Krisenmodus, der sich weiter verschärft. Vor einem Jahr haben die Banken alle Konten blockiert und zahlen nur noch kleinere Beträge und nur in  libanesischer Währung aus. . Dies gilt auch für die Konten unserer Ordensgemeinschaft. Von 2018 bis 2021 hat sich die Kaufkraft im Libanon um 90 Prozent verringert.

Die Familien unserer Schülerinnen und Schüler sind von schon Jahre anhaltenden Wirtschaftskrise massiv betroffen, die durch die Pandemie noch zusätzlich verschärft wird. Immer weniger Familien können die Schulgebühren ihrer Kinder bezahlen. Von Seiten des libanesischen Staates können wir keine Unterstützung erwarten.

Pater Raymond (Mitte) bittet um Hilfe

Von der französischen Regierung haben wir einen einmaligen Betrag über 30.000 Euro für unsere Primarschule in Tripolis erhalten, und einen weiteren Betrag über 77 Millionen libanesischen Pfund (10’000 Dollar) für die gleiche Schule. Das ist eine grosszügige Hilfe, aber unsere existenzbedrohenden Probleme sind damit nicht gelöst. Deswegen sind wir auf weitere Spenden angewiesen, damit wir unsere Bildungsauftrag weiterführen können.»

Pater Raymond Abdo, Provinzial der Karmeliten im Libanon

 

Spendenvermerk: Schule der Karmeliten in Kobayat

weiter lesen
11. März 2021

Vatikan: Heilig-Land-Kollekte ist elementar

Der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, hat per Brief eindringlich für die Heilig-Land-Kollekte geworben. Ohne Hilfen drohe die die kleine christliche Gemeinde im Nahen Osten noch mehr zu schwinden, so Sandri.

 

Auch in allen Schweizer katholischen Pfarreien wird in den Gottesdiensten in der Karwoche die Kollekte für die Christinnen und Christen im Heiligen Land aufgenommen.

„Möge die Sammlung Pro Terra Sancta 2021 für alle Anlass sein, den Blick nicht abzuwenden, nicht einfach weiterzugehen, die Notsituationen und Schwierigkeiten unserer Brüder und Schwestern, die an den Heiligen Stätten leben, nicht zu ignorieren“, heißt es in dem an diesem Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Schreiben. Wenn diese „kleine Geste der Solidarität und des Teilens“ nachlasse, könnten viele Christen im Nahen Osten ihre Heimat verlassen. Nachlassende Hilfen wirkten sich zudem negativ auf die Bildungsarbeit der christlichen Schulen und das soziale Engagement der Kirche zugunsten der Armen und Leidenden aus. Nicht zuletzt müsse zudem für die Heiligen Stätten gesorgt werden, so der Kurienkardinal.

Einbußen bei der Kollekte 2020

Die traditionell als Karfreitagskollekte bekannte weltkirchliche Opfersammlung war im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie in den Herbst verschoben worden. Kardinal Sandri berichtete, dass es dennoch in vielen Ländern Schwierigkeiten gab, die Sammlung durchzuführen und die Erlöse zurückgingen. Dabei wären aufgrund der Pandemie eigentlich mehr Hilfen nötig gewesen:

„In vielen Ländern hat das Fortbestehen von Kriegen und Sanktionen die Auswirkungen der Pandemie verschärft“

„Im Jahr 2020 litten die Christen dieser Länder unter einer Isolation, durch die sie sich noch mehr getrennt und abgeschnitten fühlten vom lebenswichtigen Kontakt mit den Schwestern und Brüdern aus der ganzen Welt. Sie leiden unter dem Verlust der Arbeit aufgrund des Ausbleibens der Pilger und der daraus resultierenden Schwierigkeit, in Würde leben und für ihre Familien und Kinder sorgen zu können. In vielen Ländern hat das Fortbestehen von Kriegen und Sanktionen die Auswirkungen der Pandemie verschärft“, führt Kardinal Sandri aus. Mit einem Zitat aus dem Schreiben „Fratelli tutti“, in dem Papst Franziskus 2020 gerade auch angesichts der Corona-Pandemie zu weltweiter Solidarität und Geschwisterlichkeit aufruft, mahnt der Kurienkardinal alle zu Nächstenliebe und konkreter Hilfe:

„Wir haben uns angewöhnt wegzuschauen“

„Sagen wir es so, in vieler Hinsicht haben wir Fortschritte gemacht, doch wir sind Analphabeten, wenn es darum geht, die Gebrechlichsten und Schwächsten unserer entwickelten Gesellschaften zu begleiten, zu pflegen und zu unterstützen. Wir haben uns angewöhnt wegzuschauen, vorbeizugehen, die Situationen zu ignorieren, solange uns diese nicht direkt betreffen.“(Fratelli tutti, 64).“

Hintergrund

Die Kollekte unter dem lateinischen Motto „Pro Terra Sancta“ (Für das Heilige Land) wurde von Papst Paul VI. (1963-1978) initiiert. Sie ist als Zeichen konkreter Solidarität für die in der Region lebenden Christen gedacht. Aufgrund der Corona-Pandemie fand im vergangenen Jahr die traditionelle Kollekte für das Heilige Land an unterschiedlichen Terminen statt. Dabei variieren die Stichtage zwischen der Kirche in Deutschland und der Weltkirche. Während die deutschen Bischöfe für den Palmsonntag und Karfreitag zu Spenden für Seelsorge- und Sozialprojekte im Nahen Osten aufriefen, wurde auf Ebene der Weltkirche die Kollekte am 13. September durchgeführt. Es handelte sich dabei um den Sonntag vor dem Fest Kreuzerhöhung (14. September), das wiederum thematisch eng mit dem Karfreitag verbunden ist.

(vatican news – sst)

 

weiter lesen
23. Februar 2021

Ägypten: Neuer „Jesus-Weg“ soll Tourismus beleben

In Samannoud im östlichen Nildelta ist eine christlich inspirierte Gedenkstätte eröffnet worden: An diesem Ort soll die Heilige Familie auf ihrer Flucht nach Ägypten, von der das Evangelium berichtet, zum ersten Mal Rast gehalten haben.

Den auf drei Jahre geschätzten Aufenthalt von Maria und Josef mit dem Jesusknaben in Ägypten haben schon früh apokryphe Berichte mit Wundertaten ausgeschmückt, die dann bis in den Koran gelangten. Im Mittelalter begannen dann die koptischen Christen verschiedene mutmaßliche Stationen der Heiligen Familie als Wallfahrtsorte in Anspruch zu nehmen: 31 in Kirchen verwandelte Wohnhäuser, acht Grotten, 18 Quellen oder Brunnen sowie 13 Bäume, in deren Schatten das Jesuskind geruht haben soll.

Marias erstes Brot in Ägypten
Einer dieser Gedenkorte ist bis heute Samannoud an einem östlichen Nilarm, das antike Sebennytos. Dort sollen Jesus und seine Eltern bei ihrem Eintreffen in Ägypten Rast gehalten und Maria das erste Brot gebacken haben. Daran wird jedes koptische Kirchenjahr am 1. Juni (24. Baschan) erinnert. Diesmal mit einer eigens dafür adaptierten Kirche, die schon jetzt geweiht wurde.

Im Rahmen eines Projekts „Jesus und seine Familie“ sollen weiter alle Erinnerungsstätten ausgebaut und durch einen Pilgerweg verbunden werden, wie der Ökumene-Fachdienst der Katholischen Nachrichten-Agentur berichtet. Einen solchen Pilgerweg hatte es bereits im 13./15. Jahrhundert gegeben. Er war besonders bei abendländischen Wallfahrern beliebt, die ihrem Besuch des Heiligen Landes und des Sinai häufig Ägypten anschlossen. Der letzte Minnesänger Oswald von Wolkenstein (1376-1445) berichtet davon. Später geriet der Pilgerweg in Vergessenheit, doch blieben die einzelnen Erinnerungsstätten erhalten.

Neubelebung des Tourismus?
Mehrere Versuche, den „Jesus-Weg“ neu zu beleben, scheiterten in der Vergangenheit. So blieb ein „Heilige-Familie-Marsch“ von 1981 eine Eintagsfliege. Der neue, jetzt in Samannoud eröffnete „Jesus-Weg“ steht im Zeichen einer Neubelebung des Tourismus am Nil. Das ägyptische Fremdenverkehrsministerium hat zu den Installationen in Samannoud – Kirchenrenovierung, Pilgerhospiz, Marien-Museum und Wegweiser zu der Gedenkstätte – 7,5 Millionen ägyptische Pfund (rund 400.000 Euro) beigesteuert.

(kna – pr)

weiter lesen
18. Januar 2021

Trotz Lockdown in Kontakt mit den Flüchtlingsfamilien

Der Libanon erlebt auch nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut am 4. August 2020 und der anhaltenden Wirtschafts- und Regierungskrise eine äusserst schwierige Zeit.

Der Leiter unseres Partnerhilfswerks Beit-El-Nour (Haus des Lichts) in Beirut, Dr. Robert Caracache, meldet Mitte Januar 2021: „Wir leben hier im Libanon in einer Krise in der Krise und alles scheint auf allen Ebenen zusammenzubrechen. Statistisch gesehen liegen wir mit Covid 19-Ansteckungen weltweit nach den USA und Grossbritannien an dritter Stelle proportional zur Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner. Die Infektionszahlen pro Tag explodieren und in den Spitälern sind alle Betten belegt.“

Die Beratungs- und Präventionszentren von Beit-El-Nour in zwei Flüchtlingslagern in  Beirut mussten während der Coronakrise mehrfach schliessen. Deshalb haben die Sozialarbeiterinnen Onlineangebote entwickelt. Damit können sie mit den Familien in Kontakt bleiben und diese auch daheim weiterhin beraten. Die ebenfalls angebotenen Online-Meditations- und Yogakurse für Kinder helfen mit, Stresssituationen und psychologische Spannungen in den Familien zu vermindern.

Spendenvermerk: Beit-El-Nour

 

Meditations- und Yogakurse für Kinder online

weiter lesen
26. November 2020

Wir haben noch Hoffnung

Annie Kaloust leitet den Sozialdienst des armenisch-katholischen Patriarchats in Beirut. Unsere Partnerin berichtet von der aktuellen Notsituation in ihrer Stadt. Trotz des immensen Leids haben die Menschen in Bourj Hammoud die Hoffnung nicht aufgegeben, wieder so wie früher leben zu können.

Zerstörte Lagerhalle im Beiruter Hafen in unmittelbarer Nachbarschaft von Bourj Hammoud.

Das Quartier Bourj Hammoud liegt in unmittelbarer Nähe des Beiruter Hafenbezirks und war bereits vor der Explosion am 4. August 2020 massiv von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Trotz der restriktiven Quarantänemassnahmen stieg die Zahl der Infektionen in dem dicht besiedelten Stadtteil steil an. Ein massiver Währungsverfall verschärfte die sozialen und wirtschaftlichen Probleme. In dieser Zeit hat die armenisch-katholische Gemeinschaft begonnen, Lebensmittelpakete an die notleidende Bevölkerung zu verteilen.

Bittere Schadensbilanz

Am 4. August starben 17 Menschen in unserem Bezirk, 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Viele Geschäfte und Häuser wurden zerstört. Mit der Unterstützung eines Ingenieurs und eines Technikers machten wir eine erste Schadenbilanz in unserer Pfarrei: 45 Häuser wurden zerstört, im ganzen Stadtbezirk waren es total etwa 300.

Unser Sozialdienst verteilte Geld an notleitende Bewohnerinnen und Bewohner von Bourj Hammoud und unterstützte alte und chronisch kranke Menschen und Kinder mit Zahlungen für Medikamente und beim Begleichen ihrer Krankenhausrechnungen. Bei unseren Hausbesuchen trafen wir auch auf eine grosse Zahl von traumatisierten Kindern, deren Familien wir nun begleiten. Trotz des immensen Leids haben die Menschen in Bourj Hammoud die Hoffnung nicht aufgegeben, so zu leben wir früher.

Der Bedarf an Hilfe ist gross

Wir haben einen grossen Bedarf an Notfallhilfe für die Finanzierung der horrenden Gesundheitskosten und sowie für den Mahlzeitendienst, der allen Bedürftigen jeden Tag eine warme Mahlzeit ermöglicht.

 

Spendenvermerk: Nothilfe Bourj Hammoud

weiter lesen
21. September 2020

Damit die Flamme der Hoffnung nicht erlischt – GV in Sursee

Am Montag, 21. September, fand die diesjährige Generalversammlung des Schweizerischen Heiligland-Vereins in Sursee statt. Dank eines grosszügigen Legats konnte der Verein im Vorcoronajahr 2019 einen Gewinn von über 20‘000 Franken ausweisen. Im vergangenen Jahr wurden knapp eine halbe Million Franken an etwa 30 ostkirchliche Projektpartner im Libanon, in Syrien, im Irak, in Israel und Palästina sowie in Ägypten in den Bereichen Bildung, Sozialarbeit, Sozialpastoral und Nothilfe ausbezahlt. Der Grossteil der Spenden stammt aus dem Karwochenopfer der Schweizer Bischöfe.

Schwester Jocelyne Joumaa aus Jabboulé, einem Dorf an der libanesisch-syrischen Grenze, wurde per ZOOM live zugeschaltet.

Auf der Versammlung wurde in einer Erneuerungswahl der gesamte Vorstand einstimmig wiedergewählt. GV Gast Schwester Jocelyne Joumaa aus Jabboulé, einem Dorf in der Bekaa-Ebene an der libanesisch-syrischen Grenze, konnte wegen der anhaltenden Wirtschafts- und Gesundheitskrise im Libanon nicht in die Schweiz kommen und wurde per ZOOM live zugeschaltet. Sie berichtete von der katastrophalen Lebenssituation im Zedernstaat. „Wir leben von einem Moment zum nächsten. Wir wissen nicht, was morgen ist. Wir haben keine Perspektive. Alles ist unsicher, alles ist bedroht.“ Ob die beiden Schulen der Schwesterngemeinschaft wie geplant Ende September öffnen könnten, sei immer noch ungewiss. Der libanesischstämmige Pfarrer Samih Raad aus Metz erklärte in seinem Vortrag die historische Vorgeschichte aus Parteienzwist, religiösen Konflikten und Korruption im Libanon, die zur aktuellen Politik- und Wirtschaftskrise führte.

Pater Samih Raad aus Metz war Gast an der Mitgliederversammlung in Sursee.

An der Mitgliederversammlung lancierte der Vorstand das diesjährige Schwerpunktprojekt, das Spenden für das Bezahlen der Löhne der Lehrpersonen an den beiden Schulen der Schwestern von Jabboulé sammelt, damit diese Leuchttürme in der libanesischen Bildungslandschaft weiter strahlen können.

weiter lesen
9. September 2020

Im Fokus – «Damit die Flamme der Hoffnung nicht erlischt!»

Unter schwierigsten Verhältnissen halten die Schwestern von Jabboulé in der Bekaa-Ebene an der libanesisch-syrischen Grenze die Flamme der Humanität und Nächstenliebe am Brennen. Der Libanon steht vor dem Staatsbankrott. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt bereits unter der Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen, steigt rasant. Mehr als eineinhalb Millionen syrische Flüchtlinge leben in einem Land mit sieben Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Zehntausende von Menschen ohne Zukunft hausen in Palästinenserlagern im ganzen Land.

 

Während viele Menschen das Land Richtung Europa und Nordamerika verlassen, bekräftigen die Schwestern von Jabboulé ihr Engagement für das libanesische Volk: «Was dem Libanon am meisten fehlt, mehr als Wasser, mehr als Strassen, mehr als Elektrizität, sind Menschen, die sich voll und ganz für das Gemeinwohl einsetzen und die auf allen Ebenen zusammenarbeiten, um die vielfältigen Probleme dieses Landes zu lösen», betont Sr. Jocelyne Joumaa, die Oberin der Gemeinschaft.

Durch die Coronakrise
In der Coronakrise halten die Schwestern und die Lehrerinnen und Lehrer der beiden Schulen in Jabboulé und Jdeideh den Schulbetrieb weiterhin am Laufen. Während der Ausgangssperre erfolgte der Unterricht auf den verschiedenen Stufen per WhatsApp, damit die Schülerinnen und Schüler keinen Schulstoff verpassten.

Einige Schwestern fahren regelmässig in die umliegenden Dörfer und verteilen Lebensmittelpakete an arme Familien. Jede Woche können sie, dank der Unterstützung lokaler Wohltäter, in Beirut neue Vorräte abholen. Damit können sie jedes Paket so zusammenstellen, dass es den Bedürfnissen der Familien entspricht. Dabei hilft ihnen eine von Vertrauenspersonen vor Ort erstellte Liste.

Ein Land kommt nicht zur Ruhe
«Seit der Coronakrise haben die Grossdemonstrationen im Land zunächst nachgelassen,» erzählt Sr. Jocelyne. Mit der katastrophalen Wirtschafts- und Finanzkrise nehmen sie aber wieder zu. Inzwischen haben so viele Menschen ihre Arbeit verloren und kein Einkommen mehr, dass die Verarmung bereits bei über fünfzig Prozent liegt. Die Menschen schreien vor Hunger. «Anfangs Juni hat der Bildungsminister das Ende des Schuljahres angekündigt, weil Eltern ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken oder sie den Schulbesuch ihrer Kinder nicht mehr bezahlen können,» erzählt die Ordensfrau.

Die Schwesterngemeinschaft im Wirtschaftsstrudel
Der Zerfall der libanesischen Währung bedroht auch die wirtschaftliche Existenz der Schwestern. «Das Geld, das wir heute in den Händen halten, verliert so schnell an Wert, dass es morgen nur noch einen Bruchteil wert ist,» berichtet Sr. Jocelyne. Eine weitere Schwierigkeit sind die hohen Lebenshaltungskosten. «Wir sind mit einem exorbitanten Preisanstieg konfrontiert,» erzählt die Oberin. «Die Supermärkte schreiben die Produkte gar nicht mehr an, weil sich die Preise von einem Tag auf den andern ändern.»

Leuchttürme in der libanesischen Bildungslandschaft
Bisher ist es den Schwestern gelungen, ihre beiden Schulen am Leben zu erhalten. «Wir sorgen für eine qualitativ hochwertige Bildung, damit auch Kinder aus bescheidenen Familienverhältnissen eine Zukunft haben,» erklärt Sr. Jocelyne. «Insbesondere katholische Schulen sind Leuchttürme der Hoffnung, weil sie sich für Toleranz und ein friedliches Zusammenleben in einer zerrissenen Gesellschaft einsetzen.» Dennoch nimmt der Druck auf die Schwestern immer mehr zu. Seit mehreren Jahren haben sie keine Zuschüsse mehr vom Bildungsministerium erhalten und die Eltern sind mittlerweile nicht mehr in der Lage, die Schulgebühren für ihre Kinder aufzubringen.

Spendengelder können die Schulen retten
All dies bringt die Schwestern in Gefahr. In diesem Jahr haben sie noch keine Lehrerinnenlöhne zahlen können, was auch die Existenz der Familien der Lehrpersonen bedroht. «Wenn wir unsere beiden Schulen schliessen müssten, würden mehr als 800 Familien unserer Schüler versprengt. 90 Lehrpersonen würden arbeitslos und statt ihnen zu helfen, in ihrer Region zu bleiben, würden wir uns mitschuldig machen, dass sie in die Stadt ziehen oder in den Westen immigrieren müssten», erklärt Sr. Jocelyne. Deswegen bitten die Schwestern von Jabboulé um finanzielle Unterstützung und Hilfe bei der Sicherung der Lehrerinnengehälter. Damit die Schulen weiterbestehen können, für die Kinder und Jugendlichen in der Bekaa-Ebene, für die Lehrerinnen und Lehrer, für die Eltern und die Schwestern.

Spendenvermerk: Lehrerinnenlöhne für Jabboulé

weiter lesen
9. September 2020

Soforthilfe Libanon – Nahrungsmittel für Hungernde

Jedes Paket mit Nahrungsmitteln zählt. Die Explosionskatastrophe in Beirut hat die katastrophale Wirtschafts- und Finanzkrise im Libanon weiter verschärft. Unsere Projektpartner vor Ort verteilen auch Essen und Lebensmittelpakete.

Jedes Paket mit Nahrungsmitteln zählt. Die Explosionskatastrophe in Beirut hat die katastrophale Wirtschafts- und Finanzkrise im Libanon weiter verschärft. Unsere Projektpartner vor Ort verteilen auch Essen und Lebensmittelpakete.

Spendenhinweis „Soforthilfe für Libanon“.

Unterstützen Sie auch unsere Projekte in Libanon

 

weiter lesen

Teilen Sie diese Seite