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15. August 2026

Generalversammlung 2026 – Begegnung mit Hanny Kawwas und Iskander Khoury

Der Vorstand freut sich, als «GV-Gäste» am 6. September 2026 Iskander Khoury und Hanni Kawwas-Schnydrig begrüssen zu dürfen. Die gebürtige Schweizerin und Nichte von Kinderhilfe-Bethlehem-Mitgründer P. Ernst Schnydrig lebt seit Jahrzehnten in Palästina und engagiert sich für die Menschen in ihrer Bedürftigkeit und Not.

Zusammen mit Geschäftsführer Iskander Khoury wirkt Hanni Kawwas derzeit im «Holy Child Program» (HCP) in Bethlehem mit.

 

Iskander Khoury, Geschäftsführer HCP und
Hanni Kawwas-Schnydrig, Mitarbeiterin HCP

Diese Institution bietet – im Geiste franziskanischer Spiritualität – ein intensives therapeutisches Tagesbetreuungsprogramm und spezialisierte Bildung für Kinder aus der Region Bethlehem, die unter unbehandelten komplexen psychischen Problemen leiden und generationenübergreifenden Traumata ausgesetzt sind. Aus verständlichen Gründen können Hanni Kawwas und Iskander Khoury nicht persönlich vor Ort anwesend sein. Sie werden via Zoom-Schaltung an der Versammlung teilnehmen. In einer moderierten Begegnung werden die beiden Gäste über ihr Herzensprojekt «Holy Child Program» sprechen sowie Auskunft geben über die aktuelle Situation in Palästina, Israel und im Nahen Osten. Kostbare Einblicke und Einsichten aus erster Hand! Die Details zum Programm finden Sie hier. Für die Begegnung anmelden können Sie sich mit diesem Link.

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15. August 2026

Kardinal Kurt Koch blickt auf das Heilige Land – Wach bleiben für die Not unserer Glaubensgeschwister

Anlässlich der Wallfahrt nach Einsiedeln von Kirche in Not und des Malteserordens traf Andreas Baumeister Kardinal Kurt Koch zu einem Gespräch über die Sicht des Vatikans auf die aktuelle Situation im Nahen Osten. Kurt Koch ist Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christinnen und Christen sowie Präsident der Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum.

Herr Kardinal, Sie haben Papst Leo auf seiner ersten Pastoralreise in die Türkei und den Libanon Ende des vergangenen Jahres begleitet. Was waren Ihre Eindrücke?
Kardinal Kurt Koch: Der Heilige Vater wollte mit seiner ersten Reise die christliche Einheit fördern und zugleich im krisengeprägten Nahen Osten ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens setzen. Meine Aufgabe bestand darin, den Papst zu begleiten. Der Besuch des Heiligen Vaters ist als Zeichen der Verbundenheit und der Ermutigung sehr positiv aufgenommen worden.

 

Andreas Baumeister traf Kardinal Kurt Koch
anlässlich der Wallfahrt von Kirche in Not am
Sonntag, 31. Juli, im Kloster Einsiedeln.

Warum führte die erste Pastoralreise von Papst Leo ausgerechnet in die Türkei und den Libanon?
Die Reise in die Türkei war bereits mit Papst Franziskus für Mai 2025 geplant, weil Patriarch Bartholomäus den Papst anlässlich des 1700-Jahr-Jubiläums des Konzils von Nizäa nach Iznik eingeladen hatte. Papst Franziskus starb jedoch überraschend am Ostermontag, und für den neugewählten Papst war es unmöglich, bereits Ende Mai dorthin zu reisen. Zudem ist es für einen neu gewählten Papst üblich, am Fest des heiligen Andreas, dem 30. November, Konstantinopel zu besuchen. Dies tat Papst Leo und verband seinen Antrittsbesuch mit einer Reise in den Libanon, die ebenfalls bereits mit Papst Franziskus abgesprochen gewesen war.

Wie beurteilen Sie die Situation der Christinnen und Christen im Nahen Osten? Haben Sie persönliche Beziehungen zu orientalischen Bischöfen? Wie nehmen diese die aktuelle Lage wahr?
Mit verschiedenen Bischöfen im Libanon und in Palästina hatte ich bereits als Bischof von Basel Kontakt, den ich später weiter ausbauen konnte. Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten stellen die christlichen Kirchen vor enorme Herausforderungen und haben für die Menschen vor Ort furchtbare Folgen. Auch der interreligiöse Dialog leidet erheblich unter diesen Konflikten.

Welche Haltung nimmt der Vatikan gegenüber der Politik Israels im Libanon ein? Wie können die Christinnen und Christen dort geschützt werden?
Der Papst hat die schmerzliche Situation im Libanon selbst deutlich beim Namen genannt. Er hat zudem telefonisch Kontakt zu kirchlichen Vertretern vor Ort aufgenommen. Die diplomatische Position des Heiligen Stuhls besteht darin, dass eine dauerhafte Lösung des Konflikts im Nahen Osten nur auf der Grundlage von zwei Staaten möglich ist. Dies wird jedoch vom israelischen Minis-terpräsidenten Benjamin Netanjahu kategorisch abgelehnt. Eine Zwei-Staaten-Lösung könnte auch einen Weg aus den Konflikten mit der Hamas und der Hisbollah weisen.

Haben Sie persönliche Kontakte zu muslimischen oder jüdischen Vertretern im Nahen Osten? Über welche Themen sprechen Sie mit ihnen?
Für den interreligiösen Dialog mit dem Islam ist ein eigenes Dikasterium zuständig. Ich selbst bin für den Dialog mit dem Judentum verantwortlich. Unsere jüdischen Gesprächspartner wünschten, dass wir das 60-Jahr-Jubiläum von Nostra Aetate auch in Israel begehen. Bei meinen Begegnungen mit ihnen im Februar habe ich betont, dass wir heute in einer anderen politischen Situation leben als vor 60 Jahren und deshalb auch über die gegenwärtige Kriegssituation sprechen müssen. Dies führte zunächst zu Irritationen auf jüdischer Seite. Dann jedoch verlief das Gespräch gut. Hilfreich war auch der Besuch beim Lateinischen Patriarchen Pierbattista Pizzaballa, bei dem die jüdischen Partner von einem wichtigen katholischen Vertreter vor Ort hören konnten, wie er den Konflikt beurteilt.

Welche Aufgabe hat aus Ihrer Sicht der Schweizerische Heiligland-Verein über die Verteilung von Spenden an seine Projektpartner hinaus?
Zunächst möchte ich dem Schweizerischen Heiligland-Verein meinen grossen Dank für seine Arbeit aussprechen. Einen wichtigen Aspekt Ihrer Tätigkeit sehe ich darin, dass Sie den Menschen in der Schweiz die schwierige Situation der Christinnen und Christen im Heiligen Land bewusst machen. Wenn ich dort Christinnen und Christen begegne, sagen sie mir immer wieder: «Bitte vergessen Sie uns nicht und beten Sie für uns.» Die Aufmerksamkeit für die Situation unserer Glaubensgeschwister in den Ursprungsländern des Christentums wachzuhalten, ist eine wichtige Aufgabe.

Herr Kardinal, vielen Dank für das Gespräch.

Andreas Baumeister

 

Wege der Hoffnung

Kardinal Kurt Koch reflektiert in seinem neusten Buch «Wege der Hoffnung» über die Ökumene als Weg zur Einheit der Christenheit. Er betont darin die Bedeutung des Konzils von Nizäa (325) für den gemeinsamen Glauben an Jesus Christus als «wesensgleich mit dem Vater» und die Herausforderungen moderner Spaltungen. Kardinal Koch analysiert historische und theologische Grundlagen, wie Synodalität, das Papstamt und interkulturelle Dialoge, um die Einheit der Kirche im Licht des trinitarischen Gottesgedankens zu stärken. Der Autor plädiert für eine geistliche Ökumene, die im Gebet und der Umkehr zu Christus verwurzelt ist.

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15. August 2026

Wechsel im Vorstand: Vielen Dank, Bruder Louis! Herzlich willkommen, Bruder Paul!

An unserer Generalversammlung am Sonntag, 6. September 2026, in Luzern verabschieden wir Bruder Louis Bischof aus dem Kloster Näfels. Seit 2016 hatte er als Beauftragter des Kommissars der Franziskaner im Vorstand gemeinsam mit Hans Rahm das Ressort Finanzen inne. In den vergangenen zehn Jahren nahm Bruder Louis an 30 Vorstandssitzungen teil und brachte sich stets in die Diskussionen ein, insbesondere wenn es darum ging, Entscheidungen zugunsten der Menschen im Heiligen Land zu treffen. Dabei hatte er stets die Interessen der Franziskaner im Blick. Für ihn war es selbstverständlich, dass die Franziskaner jährlich einen finanziellen Beitrag zur Finanzierung unserer Geschäftsstelle leisten.

 

Bruder Louis Bischof (links) und Bruder Paul Zahner (rechts)
mit Francesco Patton, dem damaligen Custos der Franziskaner
im Heiligen Land. Das Foto entstand beim Antrittsbesuch
von Bruder Paul am 25. November 2022 in Jerusalem,
als Bruder Paul zum Kommissar der Franziskaner im Heiligen
Land für die Schweiz und Lichtenstein ernannt wurde.

Im August 2024 nahm er letztmals an unserer Vorstandssitzung in Saignelégier teil. Seitdem konnte er aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr dabei sein. An unserer Vorstandssitzung am 3. Juni 2026 im Kloster Näfels hatten wir die Gelegenheit, uns persönlich von Bruder Louis zu verabschieden und ihm für seine treue Mitarbeit herzlich zu danken.

An dieser Sitzung durften wir Bruder Paul Zahner, den Kommissar der Franziskaner für das Heilige Land in der Schweiz und Liechtenstein, begrüssen. Bruder Paul wird an unserer Generalversammlung im September offiziell als Nachfolger von Bruder Louis in den Vorstand nachrücken. Aufgrund seiner hohen Arbeitsbelastung wird er einmal jährlich an einer Vorstandssitzung teil-nehmen und so die Zusammenarbeit sowie den Austausch zwischen den Franziskanern und dem Heiligland-Verein sicherstellen. Wir freuen uns sehr über das neue Engagement von Bruder Paul in unserem Vorstand und heissen ihn herzlich willkommen.

Andreas Baumeister

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15. August 2026

Zusammenkunft in Rom: Ausbildung orientalischer Kirchenführer

Vom 15. bis 18. Juni 2026 trafen sich in Rom etwa fünfzig Vertreter von Hilfswerken aus aller Welt mit Mitarbeitenden des Dikasteriums für die orientalischen Kirchen sowie Referenten aus den orientalisch-katholischen Kirchen. Anlass war das jährliche Treffen der ROACO (Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali).

 

Hans Rahm nahm als Vertreter des
Schweizerischen Heiligland-Vereins
an der diesjährigen Vollversammlung
der Hilfswerke für die orientalischen
Kirchen teil.

Viele Kirchenführer und Professoren der theologischen Fakultäten der orientalisch-katholischen Kirchen haben ihr Studium in Rom fortgesetzt. Die grösseren Priesterseminare unterstehen dem Dikasterium für die orientalischen Kirchen, doch es gibt auch Herausforderungen. Neun der orientalischen Kollegien werden von diesem Dikasterium verwaltet und finanziert.

 

 

Die Leiter der Seminare wiesen auf Probleme hin: Nicht immer würden die für ein Weiterstudium geeignetsten Studenten nach Rom entsandt. Zudem fehle es vielen an den erforderlichen Italienischkenntnissen. Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums und Präsident der ROACO, schlug vor, ein propädeutisches Studienjahr einzuführen. Dieses soll den Studierenden helfen, die Sprache zu erlernen und sich wissenschaftlich vorzubereiten. Gleichzeitig würde es den Austausch zwischen den verschiedenen Traditionen und Riten fördern.

 

 

Bei der abschliessenden Papstaudienz betonte Papst Leo XIV., dass die Unterstützung einer Kirche nicht nur materielle Hilfe umfasse, sondern auch die Förderung ihrer Identität und Evangelisierungskraft. Diese basiere auf der Ausbildung der Amtsträger, die berufen seien, den geistlichen Reichtum ihrer Traditionen zu verbreiten.

Hans Rahm

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16. Mai 2026

Krieg im Südlibanon – Märtyrertod und humanitäre Katastrophe

Anfang März 2026 erreicht uns ein dramatischer Bericht von Erzbischof Charbel Abdallah. Hier eine Zusammenfassung: Der Südlibanon, einst Schauplatz der Apostelgeschichte, ist heute ein Kriegsgebiet. Seit dem 1. März 2026 eskaliert die Gewalt erneut – mit verheerenden Folgen für die christlichen Dörfer dort. Der Tod von Pater Pierre Al Raii, der am 9. März in Qlayaa bei einem Bombardement ums Leben kam, steht symbolisch für das Leid einer Region, die seit Jahrzehnten von Konflikten zerrüttet wird.

Am Fest der Vierzig Märtyrer eilt Pater Pierre Al Raii zu Verletzten in ein bombardiertes Haus – und stirbt selbst durch einen Folgeangriff. Papst Leo XIV. nennt ihn einen «wahren Hirten». Doch er ist nicht das einzige Opfer: Am 8. März wird Sami Ghafari von einer Drohne erschossen. Er ist der Bruder von Pfarrer Maroun Youssef Ghafari in Alma-Chaab, den der Schweizerische Heiligland-Verein unterstützt. Drei junge Männer aus Ain Ebel sterben am 12. März bei der Reparatur von Internetkabeln. In Tyr verliert der Rotkreuz-Helfer Youssef Assaf, Vater von drei Kindern, sein Leben nach einem Angriff.

Eine Region in der Krise

Seit Oktober 2023 wütet der Krieg im Libanon. Strassen und Brücken sind zerstört, Lebensmittel und Medikamente knapp. Viele fliehen, doch einige bleiben – aus Überzeugung oder mangels Alternativen. «Unsere grösste Sorge ist, dass die Pfarreien belagert werden und keine Hilfe mehr ankommt», warnt Erzbischof Charbel Abdallah. Die christliche Präsenz, historisch tief verwurzelt, steht vor dem Aus.

Hoffnung in der Not

Trotz aller Gefahren bleibt Pfarrer Maroun in seiner Pfarrei in Alma-Chaab. «Sein Einsatz ist ein Zeugnis der Hingabe», betont Abdallah. Die Unterstützung aus dem Ausland – durch Gebete, Spenden und Solidarität – ist über­lebenswichtig. Doch die Lage ist verzweifelt: «Jeden Tag erleben wir Märtyrer, Zerstörung und Vertreibung.» Ohne Hilfe droht nicht nur eine humanitäre Katastrophe, sondern das Ende der christlichen Präsenz in dieser historischen Region.

Erzbischof von Tyrus Charbel Abdallah

Vermerk für Ihre Spende: Hilfe für Alma-Chaab

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15. Mai 2026

Im Gespräch mit Gabriela Muff: «Bewährtes bewahren – offen für Neues»

Gabriela Muff leitet seit Anfang Jahr die Geschäftsstelle des Schweizerischen Heiligland-Vereins (SHLV). Im Gespräch mit Andreas Baumeister erzählt sie, was sie an ihrer neuen Aufgabe reizt.

Gabi, was motiviert dich für deine neue Arbeit?
Der SHLV engagiert sich in einer von Krisen geprägten Weltregion und unterstützt Menschen, die Hilfe dringend brauchen. Das motiviert mich sehr.

Gabriela Muff leitet seit dem 1. Januar 2026 die Geschäftsstelle des SchweizerischenHeiligland-Vereins im Paulusheim an der Moosmattstrasse 4, 6005 Luzern 
info@heiligland.ch | 
+41 41 317 22 00
Gabriela Muff leitet seit dem 1. Januar 2026 die Geschäftsstelle des Schweizerischen Heiligland-Vereins im Paulusheim an der Moosmattstrasse 4, 6005 Luzern info@heiligland.ch | +41 41 317 22 00


Was gefällt dir besonders?

Ich schätze die Vielfalt der Aufgaben und den Kontakt mit engagierten Menschen. Es ist schön, Verantwortung zu übernehmen und etwas mitzugestalten.

Warum ist diese Arbeit heute wichtig?
Gerade in schwierigen Zeiten braucht es Zeichen der Hoffnung. Unsere Projekte stärken Menschen in schwierigen Lebenssituationen und geben ihnen Perspektiven.

Gab es einen besonderen Moment in den letzten Wochen?
Ja, eine Heimleiterin schrieb uns im Namen von 101 Kindern. Dank eurer Spende konnten wir mit Lebensmitteln, Heizöl und kleinen Dingen versorgt werden, die Freude schenken. Ihre Worte haben mich tief berührt.

Was möchtest du erreichen?
Ich möchte dazu beitragen, dass der SHLV ein verlässlicher Partner bleibt – und gleichzeitig neue Menschen für dieses Engagement gewinnen.

Was wünschst du dir?
Dass wir Bewährtes bewahren und offen bleiben für Neues – damit wir auch in Zukunft Hoffnung weitergeben können.

Vielen Dank, Gabi, für dieses Gespräch.

Andreas Baumeister

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15. Mai 2026

Maronitische Kirche: Charbel Makhlouf – Der Friedensstifter aus dem Libanon

Der heilige Charbel Makhlouf, libanesischer Nationalheiliger und maronitischer Eremit, ist in der Schweiz kaum bekannt. Doch Papst Leo XIV. besuchte am 1. Dezember 2025 während seiner Libanonreise dessen Grab im Maroun-Kloster in Annaya – ein bedeutender Pilgerort für Christen und Muslime. Das Kloster liegt auf 1200 Metern Höhe bei Byblos.

Charbel lebte dort im 19. Jahrhundert 15 Jahre als Priestermönch, bevor er sich in eine Einsiedelei zurückzog. Nach seinem Tod am Heiligabend 1898 kam es an seinem Grab zu Wunderheilungen. 1977 sprach ihn Papst Paul VI. heilig.

Die Botschaft des Papstes

Papst Leo XIV. bezeichnete Charbel als Mann, «der nichts schrieb, zurückgezogen und schweigsam lebte, dessen Ruhm sich aber weltweit verbreitete». Er lehre die Menschen, Stille, Armut und Gebet zu suchen – nicht «um des Scheins willen». Charbel sei ein grosser Fürbitter: «Nach seinem Tod wurde dies zu einem Strom der Barmherzigkeit.» Der Papst betonte, dass sich monatlich am 22. Tag Tausende Pilger in Annaya versammeln. Er vertraute Charbel eigene Anliegen an: «Für die Welt bitten wir um Frieden, besonders für den Libanon und die Levante. Doch es gibt keinen Frieden ohne Bekehrung der Herzen.»

Charbel Khachan wirkt als maronitischerPriester im Dekanat Freiburg.
Charbel Khachan wirkt als maronitischer Priester im Dekanat Freiburg.

Die Verbindung zur Schweiz

Nabih Yammine, Gründer von Solidarität Libanon-Schweiz, machte Charbel in der Schweiz bekannt. Er entdeckte Parallelen zu Bruder Klaus: Beide waren Eremiten, verehrten Maria, wirkten Wunder und setzten sich für Frieden ein. Im Zisterzienserkloster Hauterive wurde eine Ikone Charbels aufgestellt und 2021 bis 2025 in eine Kapelle versetzt. Im Studentenfoyer St-Justin in Freiburg wurden 2011 Reliquien von Charbel und Niklaus von Flüe installiert. Der Verein Solida­rität Libanon-Schweiz fördert Bildung, soziale Hilfe und die gemeinsame Verehrung der beiden Heiligen. An 33 Orten in der Schweiz und über 150 weltweit (u. a. Hiroshima und El Salvador) werden sie verehrt.

Charbel Makhlouf in Freiburg

Am 7. März 2026 segnete der verheiratete Priester Charbel Khachan in der Kirche St. Peter in Freiburg Gläubige mit Reliquien Charbels. Khachan wirkt seit 2023 als maronitischer Priester im Dekanat Freiburg. Er hofft, bald einen festen Platz für die Reliquien in der Kirche einrichten zu können. Die Bewegung Famille Saint Charbel veröffentlichte 2025 einen Comic über Charbel, dessen Lektorat Ghada Khachan, die Frau von Priester Khachan , übernahm.

Hans Rahm

 

Famille Saint Charbel
Saint Charbel – Le Saint Moine du Liban
Kindle Ausgabe, Taschenbuch
oder gebundenes Buch
2025 | 64 Seiten

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12. April 2026

Überlebenshilfe und Friedensarbeit im Land Jesu

Einmal mehr ist die Lage im Nahen Osten schwierig. Umso mehr engagiert sich der Schweizerische Heiligland-Verein für Projekte in der Region. Hier geht es zum Interview von Beatrix Ledergerber-Baumer vom FORUM Magazin der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.

Einmal mehr ist die Lage im Nahen Osten schwierig. Umso mehr engagiert sich der Schweizerische Heiligland-Verein für Projekte in der Region. Hier geht es zum Interview von Beatrix Ledergerber-Baumer vom FORUM Magazin der Katholischen Kirche im Kanton Zürich.

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6. Februar 2026

Papst Leo XIV. im Libanon – für Dialog und Frieden

Vom 30. November bis 2. Dezember 2025 besuchte Papst Leo XIV. den Libanon im Rahmen seiner ersten Apostolischen Reise ins Ausland, die ihn zuvor auch in die Türkei geführt hatte. Diese Reise war nicht nur ein historisches Ereignis für den Libanon, sondern ein wichtiges Zeichen der Solidarität, des Dialogs und des Friedens in einer Region, die seit Jahren von politischen, wirtschaftlichen und sozialen Krisen geprägt ist.

Der Besuch führte den Papst unter anderem nach Beirut, zu interreligiösen Begegnungen mit muslimischen Vertretern, und zum berühmten Marienheiligtum «Unserer Lieben Frau vom Libanon» in Harissa (siehe Foto unten). Dort traf er Bischöfe, Priester, Ordensleute und Seelsorgende der orientalischen Kirchen und unterstrich in seinen Ansprachen, dass Glauben Leben im Dienst an anderen bedeutet – und dass Christinnen und Christen und andere Religionsgemeinschaften gemeinsam Wege des Friedens und der Versöhnung gehen können.

Ein bewegender Moment der Reise war auch das Gebet am Grab des heiligen Charbel Makhlouf im Kloster Saint Maroun in Annaya. Der libanesische Heilige wird nicht nur von Christinnen und Christen, sondern auch von vielen Muslimen verehrt. Der Papst betete dort für Frieden im Libanon und in der gesamten Region – ein symbolisches Zeichen der Verbundenheit über konfessionelle Grenzen hinweg.

 

Besonders für die maronitische Kirche war der Besuch eine wichtige Ermutigung, wie unser Projektpartner Erzbischof Charbel Abdallah von Tyr im Südlibanon nach dem Besuch betonte. «Viele Menschen empfanden seinen Besuch als Zeichen, dass ihre Sorgen gesehen werden und sie nicht vergessen sind.»

So wurde der Papstbesuch vor allem als spirituelle Geste wahrgenommen – als Einladung, Hoffnung zu bewahren und Brücken zwischen Menschen und Religionen zu bauen.

Andreas Baumeister
Zusammenschau Pressemitteilungen

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6. Februar 2026

Kardinal Pizzaballa in Freiburg geehrt

«Trotz allem bleibt die Kirche im Heiligen Land ein Zeichen der Hoffnung», sagte Kardinal Pierbattista Pizzaballa in seiner Predigt in der Kathedrale Freiburg. Hass und Gewalt, so der lateinische Patriarch von Jerusalem, hätten nicht das letzte Wort. Gottes Zusage sei stärker als Trümmer, Bomben und Hassreden. Der italienische Franziskaner predigte am Tag nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Universität Freiburg. Die Auszeichnung wurde ihm am 15. November 2025 am Dies Academicus verliehen.

Die Fakultät ehrte mit Pizzaballa eine der prägendsten kirchlichen Persönlichkeiten im Heiligen Land. Seit über 20 Jahren setzt er sich als Kustos der heiligen Stätten, als Apostolischer Administrator und heute als Erzbischof von Jerusalem für Dialog, Frieden und Verständigung zwischen Religionen und Bevölkerungsgruppen ein.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa forderte in seiner Predigt in der Kathedrale von Freiburg, geist­lichen Widerstand zu leisten, weil Gottes Zusage für eine friedliche Welt stärker sei als Bomben und Hassreden.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa forderte in seiner Predigt in der Kathedrale von Freiburg, geist­lichen Widerstand zu leisten, weil Gottes Zusage für eine friedliche Welt stärker sei als Bomben und Hassreden.

 

Besondere Anerkennung fand sein mutiger Einsatz im Oktober 2023, als er sich im Austausch gegen die von der Hamas entführten israelischen Kinder als Geisel anbot. Damit machte er deutlich, dass christliche Hoffnung nicht nur verkündet, sondern gelebt werden muss.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Gottesdienst zum Dies academicus in der Christkönig-­Kirche in Freiburg.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Gottesdienst zum Dies academicus in der Christkönig-­Kirche in Freiburg.

 

In Freiburg sprach Kardinal Pizzaballa von einem «geistlichen Widerstand», der aus Vertrauen in Gott, einer neuen Sicht auf die Wirklichkeit und beharrlichem Einsatz für das Leben besteht. Immer wieder erinnerte er daran, wie wichtig das Zeugnis der Christinnen und Christen im Heiligen Land sei – nicht als Machtfaktor, sondern als Brückenbauer.

Sein Besuch und seine Worte hinterliessen ein starkes Echo: als Ermutigung für die Kirche vor Ort und als Einladung, auch hier Hoffnung, Frieden und Versöhnung zu leben.

Hans Rahm

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