Maronitische Kirche: Charbel Makhlouf – Der Friedensstifter aus dem Libanon
Der heilige Charbel Makhlouf, libanesischer Nationalheiliger und maronitischer Eremit, ist in der Schweiz kaum bekannt. Doch Papst Leo XIV. besuchte am 1. Dezember 2025 während seiner Libanonreise dessen Grab im Maroun-Kloster in Annaya – ein bedeutender Pilgerort für Christen und Muslime. Das Kloster liegt auf 1200 Metern Höhe bei Byblos.
Charbel lebte dort im 19. Jahrhundert 15 Jahre als Priestermönch, bevor er sich in eine Einsiedelei zurückzog. Nach seinem Tod am Heiligabend 1898 kam es an seinem Grab zu Wunderheilungen. 1977 sprach ihn Papst Paul VI. heilig.
Die Botschaft des Papstes
Papst Leo XIV. bezeichnete Charbel als Mann, «der nichts schrieb, zurückgezogen und schweigsam lebte, dessen Ruhm sich aber weltweit verbreitete». Er lehre die Menschen, Stille, Armut und Gebet zu suchen – nicht «um des Scheins willen». Charbel sei ein grosser Fürbitter: «Nach seinem Tod wurde dies zu einem Strom der Barmherzigkeit.» Der Papst betonte, dass sich monatlich am 22. Tag Tausende Pilger in Annaya versammeln. Er vertraute Charbel eigene Anliegen an: «Für die Welt bitten wir um Frieden, besonders für den Libanon und die Levante. Doch es gibt keinen Frieden ohne Bekehrung der Herzen.»

Die Verbindung zur Schweiz
Nabih Yammine, Gründer von Solidarität Libanon-Schweiz, machte Charbel in der Schweiz bekannt. Er entdeckte Parallelen zu Bruder Klaus: Beide waren Eremiten, verehrten Maria, wirkten Wunder und setzten sich für Frieden ein. Im Zisterzienserkloster Hauterive wurde eine Ikone Charbels aufgestellt und 2021 bis 2025 in eine Kapelle versetzt. Im Studentenfoyer St-Justin in Freiburg wurden 2011 Reliquien von Charbel und Niklaus von Flüe installiert. Der Verein Solidarität Libanon-Schweiz fördert Bildung, soziale Hilfe und die gemeinsame Verehrung der beiden Heiligen. An 33 Orten in der Schweiz und über 150 weltweit (u. a. Hiroshima und El Salvador) werden sie verehrt.
Charbel Makhlouf in Freiburg
Am 7. März 2026 segnete der verheiratete Priester Charbel Khachan in der Kirche St. Peter in Freiburg Gläubige mit Reliquien Charbels. Khachan wirkt seit 2023 als maronitischer Priester im Dekanat Freiburg. Er hofft, bald einen festen Platz für die Reliquien in der Kirche einrichten zu können. Die Bewegung Famille Saint Charbel veröffentlichte 2025 einen Comic über Charbel, dessen Lektorat Ghada Khachan, die Frau von Priester Khachan , übernahm.
Hans Rahm

Famille Saint Charbel
Saint Charbel – Le Saint Moine du Liban
Kindle Ausgabe, Taschenbuch
oder gebundenes Buch
2025 | 64 Seiten