Ein Feuer der Begeisterung entfachen

Der Besuch von Papst Franziskus im Irak im März dieses Jahres entfachte nicht nur bei Christinnen und Christen, sondern auch bei der muslimischen Bevölkerung ein Feuer der Begeisterung und der Hoffnung. Hoffnung darauf, dass ein friedliches Zusammenleben von Christen und Muslimen im Irak möglich ist.

Auf seiner Reise in den Irak tauschte sich Papst Franziskus mit dem chaldäischen Patriarchen Louis Raphael Sako aus und genoss den Kontakt und die Gastfreundschaft der irakischen Bevölkerung. Er traf in der südirakischen Stadt Nadschaf auch den hochbetagten schiitischen Grossayatollah Ali al-Sistani und dankte ihm dafür, dass er angesichts von Gewalt und anhaltender Konflikte seine Stimme zur Verteidigung der Schwächsten erhoben hat. Der Grossayatollah sagte anlässlich dieser Begegnung, dass Christinnen und Christen im Irak willkommen sind und die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen im Land haben sollen.

+ Historisches Treffen von Papst Franziskus
mit dem schiitischen Grossayatollah Ali
al-Sistani im März 2021: Frieden zwischen
den Religionen ist möglich.

Coronapandemie gemeinsam überwinden

Diese aufkeimende Hoffnung ist nun durch die sich immer stärker ausbreitende Coronapandemie akut gefährdet. In jüngster Zeit wird in den meisten irakischen Provinzen ein rasanter Anstieg der Covid-19-Infektionen festgestellt, was eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus befürchten lässt. Lusia Shammas und Naseem Asmaroo vom schweizerischen Hilfswerk Basmat al-Qarib wollen den unter den verheerenden Auswirkungen dieser Pandemie leidenden Menschen helfen und haben dafür verschiedene Partner gewinnen können. In der Stadt Bagdad, in der Niniveebene und in der Region Mossul startet eine Sensibilisierungskampagne, die von den Projektpartnern Al-Amal, einer politisch und religiös unabhängigen Vereinigung von Freiwilligen,
der Gesundheitsagentur IAA und von Pater Meyassar B. Moussa, Pfarrer einer chaldäischen Gemeinde in Bagdad, organisiert wird. Die Menschen werden aufgefordert, die bewährten Schutzmassnahmen wie Hygiene und Abstandsregeln und das Tragen von Masken unbedingt einzuhalten und keinesfalls nachlässig zu werden. Sie werden über die Massnahmen des irakischen Gesundheitsministeriums informiert und erhalten die Möglichkeit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen.

+ Unsere Partner im Irak

Wirtschaftliche Folgen lindern

Das Land hat viele Kriege erlebt und leidet nicht nur unter der schlechten Sicherheitslage, sondern auch unter der mangelhaften Gesundheitsversorgung, dem Fehlen von Sozialleistungen und vor allem unter der grassierenden Korruption und der katastrophalen Wirtschaftslage. Die Pandemie hat zusätzlich vielen Familien die Existenzgrundlage zerstört. Pater Meyassar schreibt: «Wir als Kirche müssen alles in unserer Macht  Stehende tun, um den Familien, ob Christen oder Muslime, in dieser schwierigen Situation das Überleben zu ermöglichen. Die Erfahrung der Kriege und der Wirtschaftsblockaden hat uns gelehrt, dass es möglich und effektiv ist, allen Menschen unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder Religion zu helfen und dass wir gemeinsam viele Schwierigkeiten und Hindernisse überwinden können.» Damit die Verarmung und Not in der Bevölkerung nicht noch weiter zunimmt, verteilen die engagierten jungen Menschen Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs. «Ich weiss zu schätzen, was Sie für die Menschen in unserem verwundeten Land tun.»

Spendenvermerk: Im Focus 2021

Teilen Sie diese Seite