Israelisches Militär konfisziert kirchliches Land in den besetzten Gebieten

Unser Partner Joseph Hazboun aus Ostjerusalem schlägt Alarm. Die israelische Besatzungsarmee im Westjordanland konfisziert widerrechtlich Land, das sich im Eigentum des lateinischen Patriarchats in Ostjerusalem befindet, um ein Militärlager darauf zu bauen. Wir geben den Brief in seinem Wortlaut wider:


Joseph Hazboun, Regionaldirektor des päpstlichen Hilfswerk Pontifical Mission

Beschlagnahmung von kirchlichem Eigentum und die Zukunft der christlichen Gemeinschaft

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Partnerinnen und Partner

Mit grosser Sorge und mit Nachdruck möchten wir euch auf ein Ereignis hinweisen, welches das Leben der Christinnen und Christen im Heiligen Land in Zukunft schwer belasten wird. Heute Morgen mussten wir die Nachricht entgegennehmen, dass die israelische Armee in den Dörfern Bardala und Tayseer im Jordantal und Tubas Land beschlagnahmte, das dem lateinischen Patriachat in Jerusalem gehört. Die israelische Armee möchte dieses Land für eigene Zwecke nutzen und höchstwahrscheinlich ein Militärlager darauf bauen.

Vor zwei Wochen diskutierte ich mit Erzbischof Pizzaballa, dem apostolischen Administrator, und mit dem apostolischen Nuntius von Jerusalem, Monsignore Leopoldo Pirelli, die Möglichkeit, wie kirchliches Eigentum in Erfahrung gebracht und dokumentiert werden kann, dass es einerseits von der lokalen christlich palästinensischen Gemeinschaft genutzt und dass Einkommen für sie daraus erwirtschaftet werden kann, und dass es andererseits geschützt werden kann. Beide ermutigten uns, dies zu tun und besonders Erzbischof Pizzaballa drang darauf, die Besitzrechte des kirchlichen Grundstücks in Tayaseer zu rekonstruieren, das nun von der israelischen Armee konfisziert wurde.

Wenn diese Beschlagnahmung nicht rückgängig gemacht wird, werden die negativen Auswirkungen dieses rechtswidrigen Akts für die palästinensische Gemeinschaft enorm sein. So werden in Zukunft der willkürlichen Gewalt der israelischen Armee keine Grenzen mehr gesetzt sein. Die Besatzungsarmee beraubt durch solche Akte die lokalen Gemeinschaften immer ihrer Kraft, wirtschaftlich existieren und sich selbst versorgen zu können.

Letzte Woche stellte das päpstliche Hilfswerk „Pontifical Mission“ ein Expertenteam zusammen, das nun Massnahmen prüfen und Vorschläge erarbeiten soll, wie zwei bisher nicht genutzte Grundstücke in Jerusalem und in der Westbank sinnvoll genutzt werden können.

Bitte prüft auch Ihr Möglichkeiten, wie Ihr gegen die illegalen Beschlagnahmungen der israelischen Besatzungsarmee protestieren und wie politischer Druck aufgebaut werden kann. Jede Form von Unterstützung von eurer Seite ist willkommen.

Joseph Hazboun, Regionaldirektor Pontifical Mission, Jerusalem