Kardinal Pizzaballa in Freiburg geehrt

«Trotz allem bleibt die Kirche im Heiligen Land ein Zeichen der Hoffnung», sagte Kardinal Pierbattista Pizzaballa in seiner Predigt in der Kathedrale Freiburg. Hass und Gewalt, so der lateinische Patriarch von Jerusalem, hätten nicht das letzte Wort. Gottes Zusage sei stärker als Trümmer, Bomben und Hassreden. Der italienische Franziskaner predigte am Tag nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Theologische Fakultät der Universität Freiburg. Die Auszeichnung wurde ihm am 15. November 2025 am Dies Academicus verliehen.

Die Fakultät ehrte mit Pizzaballa eine der prägendsten kirchlichen Persönlichkeiten im Heiligen Land. Seit über 20 Jahren setzt er sich als Kustos der heiligen Stätten, als Apostolischer Administrator und heute als Erzbischof von Jerusalem für Dialog, Frieden und Verständigung zwischen Religionen und Bevölkerungsgruppen ein.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa forderte in seiner Predigt in der Kathedrale von Freiburg, geist­lichen Widerstand zu leisten, weil Gottes Zusage für eine friedliche Welt stärker sei als Bomben und Hassreden.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa forderte in seiner Predigt in der Kathedrale von Freiburg, geist­lichen Widerstand zu leisten, weil Gottes Zusage für eine friedliche Welt stärker sei als Bomben und Hassreden.

 

Besondere Anerkennung fand sein mutiger Einsatz im Oktober 2023, als er sich im Austausch gegen die von der Hamas entführten israelischen Kinder als Geisel anbot. Damit machte er deutlich, dass christliche Hoffnung nicht nur verkündet, sondern gelebt werden muss.

Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Gottesdienst zum Dies academicus in der Christkönig-­Kirche in Freiburg.
Kardinal Pierbattista Pizzaballa im Gottesdienst zum Dies academicus in der Christkönig-­Kirche in Freiburg.

 

In Freiburg sprach Kardinal Pizzaballa von einem «geistlichen Widerstand», der aus Vertrauen in Gott, einer neuen Sicht auf die Wirklichkeit und beharrlichem Einsatz für das Leben besteht. Immer wieder erinnerte er daran, wie wichtig das Zeugnis der Christinnen und Christen im Heiligen Land sei – nicht als Machtfaktor, sondern als Brückenbauer.

Sein Besuch und seine Worte hinterliessen ein starkes Echo: als Ermutigung für die Kirche vor Ort und als Einladung, auch hier Hoffnung, Frieden und Versöhnung zu leben.

Hans Rahm

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