Im Holy Child Program beginnt eine neue Ära – «Die Kinder lächeln und kichern sogar»
Im Holy Child Program in Beit Sahour beginnt dieser Tage nicht nur ein neues Schuljahr für Kinder in sehr belasteten Lebensumständen, sondern auch «eine neue Ära»: Nach 25 Jahren konnte das eigene Schulgebäude endlich käuflich erworben werden. Nun bitten der Vorstand und Direktor Iskander Khoury um finanzielle Unterstützung, um Schulgelände und Gebäude instand zu setzen.
«Wir könnten nicht begeisterter sein», heisst es auf der Homepage des Holy Child Program (HCP) über den erfolgreichen Abschluss des Programms von 15 Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigung, «die nun bereit sind, das nächste Kapitel ihrer Reise in Angriff zu nehmen». 14 Jugendliche werden eine weiterführende Ausbildung beginnen, einer die Berufsschule besuchen. Beim HCP ist man stolz auf die «Erfolgsquote» von 93 Prozent im Hinblick auf eine weiterführende Ausbildung.

Nach der Abschlussfeier startete das neue «Bewertungsprogramm», in dem die Lehrkräfte die nächste Gruppe auf das Schuljahr vorbereiten. In den ersten Tagen, so heisst es weiter, seien neue Schülerinnen und Schüler oft zögerlich und zurückhaltend – bedingt durch frühere Schwierigkeiten und Misserfolge an anderen Schulen. Dann jedoch stellten die Lehrkräfte eine Veränderung fest: «Die Kinder beginnen sich zu öffnen, nehmen bereitwilliger teil und – wir wagen es zu sagen – lächeln und kichern sogar.» In diesem Jahr musste das üblicherweise zweiwöchige Programm wegen der angespannten Sicherheitslage in der Region verkürzt werden.

Kaufvertrag unterzeichnet
Ein weiterer Grund zur grossen Freude ist der Erwerb des Schulgebäudes in Beit Sahour: Anfang Juli wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, und die Immobilie, die das HCP seit dem Jahr 2000 gemietet hatte, offiziell auf den Namen des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem eingetragen. Der 15. Juli 2025 markiere das Ende einer langen Reise und den Beginn einer neuen Ära, schreibt der HCP-Vorstand – «einer neuen Ära, in der wir unsere Dienste für die Kinder und Familien im Westjordanland ausbauen werden». Nun suchen die Verantwortlichen nach finanzieller Unterstützung für die Sanierung des Schulgeländes und des Gebäudes: Die unpraktischen und unhygienischen Teppichböden sollen durch zeitgemässe, langlebige Bodenbeläge ersetzt werden; nach 13 Jahren sollen neue Vorhänge in den sieben Klassenzimmern aufgehängt werden; ein neues Beschattungssystem soll die Kinder im Freien vor der intensiven Sonne schützen; ein gefährlicher Metallzaun soll durch eine kinderfreundliche Umzäunung ersetzt werden.

aus der Region Bethlehem, die unter
psychischen Problemen leiden.
Psychische Probleme und Traumata
Das Holy Child Program bietet – im Geiste franziskanischer Spiritualität – ein intensives therapeutisches Tagesbetreuungsprogramm sowie spezialisierte Bildungsangebote für Kinder aus der Region Bethlehem, die unter unbehandelten, komplexen psychischen Problemen leiden und generationenübergreifenden Traumata ausgesetzt sind. Dabei hat das HCP stets auch die ganze Familie im Blick. Die Eltern werden in Beratung und Gruppenarbeit einbezogen – denn: «Wir glauben, dass jedes Kind Teil eines grösseren ‹ökologischen Systems› ist – der Familie – und dass wir mit dem gesamten familiären Netzwerk zusammenarbeiten müssen, um dem Kind zu helfen.»
Boris Schlüssel
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