Damit auch behinderte Menschen in Würde leben können

Menschen mit Behinderung werden in der ägyptischen Gesellschaft heute oft ausgegrenzt. Sie gelten als Menschen, die nicht lernen, nicht arbeiten oder ihre sozialen Aufgaben nicht erfüllen können. In Ägypten leidet 
ein Grossteil der Menschen mit Behinderung unter mangelnden Beschäf­tigungsmöglichkeiten. Nur wenige von ihnen haben Zugang zu öffentlicher Bildung, viele sind erwerbslos.

+ Das Rehabilationszentrum der JBA in Minia

 

Bislang gibt es nur sehr wenige Institutionen, die sich für Menschen mit Behinderung einsetzen. Eine von ihnen ist die Jesuits’ and Brothers’ Association (JBA).
Basierend auf diesem gesellschaftlichen Hintergrund setzt sich die JBA, eine der Jesuitengemeinschaft nahestehende Organisation im ägyptischen Regierungsbezirk Minia, schon seit vielen Jahren überkonfessionell für Menschen mit Beeinträchtigungen ein. In Minia liegt ihr Anteil an der Bevölkerung von rund 5,5 Millionen Menschen bei 10 Prozent. Die JBA bittet den SHLV konkret für die Unterstützung eines Projekts um Hilfe, das sie, in Ergänzung zu den etablierten Förderprogrammen, lancieren möchte. Im Rahmen dieses Projektes sollen jährlich 50 erwachsene Frauen und Männer mit geistiger oder körperlicher Behinderung in ein Beschäftigungsprogramm aufgenommen werden. Sie werden in Berufsbereiche, die ihren Fähigkeiten entsprechen, eingeführt und praktisch angelernt. Anschliessend erhalten sie die Möglichkeit, Kleinkredite zu beantragen, damit sie diese Arbeiten selber ausüben können. Mit diesem Förderprogramm erhalten diese Frauen und Männer eine gewisse Selbstständigkeit, entlasten ihre Familien und werden in die Gesellschaft integriert.

Auch Behinderte haben ein Recht 
auf Arbeit

JBA leitet in der Stadt Minia ein Rehabilitationszentrum und führt von hier aus bereits seit 1983 regelmässig Förder- und Integrationsprogramme für Menschen mit Beeinträchtigungen durch. Ziel ist, diese Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen schulisch, beruflich und sozial zu fördern. JBA hat auch ein 
Sensibilisierungsprogramm gestartet, um das öffentliche Bewusstsein für 
die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen und ihr Recht auf Arbeit zu schärfen und damit die negative Einstellung in der Familie und in der 
Gesellschaft zu ändern.

Darlehen für Menschen mit 
Behinderung

Das neue Projekt richtet sich gezielt 
an 50 Menschen, die bereits in den letzten Jahren von JBA gefördert wurden. Sie können Kleinkredite erhalten, um ihnen bei der Entwicklung und Realisierung ihrer eigenen beruflichen Projekte etwa in der Geflügel- oder Schafzucht oder als Handwerker zu helfen. Ebenso sollen Darlehen an Familien mit behinderten Töchtern und Söhnen im Erwachsenenalter vergeben werden, wenn sie sich für deren Ausbildung oder berufliche Integration einsetzen. Erstmalig geht es um die Äufnung eines Fonds. Daraus können dann Darlehen ausgegeben werden, die in monatlichen Raten wieder in den Fonds zurückbezahlt werden. Damit erhalten weitere motivierte Frauen und Männer eine Chance auf Förderung und Unterstützung.

 

+ Im Juni besuchte der neue geschäftsführende Direktor der JBA, Osama Isaak die Geschäftsstelle des SHLV in Luzern (links im Bild).

 

Jesuits’ and Brothers’ Asso­ciation for Development (JBA)

Seit 1966 setzt sich die JBA, eine ägyptische Nichtregierungsorgani­sation, die von Pater Henry Ayrout SJ gegründet wurde, in der Provinz Minia für arme und benachteiligte Menschen in ländlichen und städtischen Gebieten ein. Der Verein steht der Jesuiten­gemeinschaft nahe und bildet Frei­willige aus. Im Juni besuchte der neue geschäftsführende Direktor der JBA, Osama Isaak die Geschäftsstelle des SHLV in Luzern, wo er über die Arbeit und die Lebenssituation gesprochen und das aktuelle Projekt persönlich vorgestellt hat. Er wurde von Pater Magdi Seif SJ von der Jesuitengemeinschaft in Minia begleitet; dieser ist seit 2015 im syrischen Homs tätig.

Spendenvermerk: Minia – Arbeit trotz Beeinträchtigung

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