Presse

Ein Leben für den Frieden – das neueste Buch von Sumaya Farhat-Naser

«Ein Leben für den Frieden», 2019, Hrsg. Lenos-Verlag

Sumaya Farhat-Naser (61) ist in der Schweiz als Autorin mehrerer Bücher bekannt. Ihr neustes Buch mit dem Titel «Ein Leben für den Frieden» ist 2019 im Lenos-Verlag erschienen.

Die palästinensische Christin und Friedensaktivistin veröffentlicht darin keine neuen Texte, sondern hat längere, besonders aufschlussreiche und berührende Passagen aus ihren früheren Büchern zusammengestellt: «Thymian und Steine. Eine palästinensische Lebensgeschichte» (1995), «Verwurzelt im Land der Olivenbäume. Eine Palästinenserin im Streit für den Frieden» (2002), «Disteln im Weinberg. Tagebuch aus Palästina» (2007), «Im Schatten des Feigenbaums» (2013). Am Schluss des 300 Seiten starken Buches findet sich der lesenswerte Essay «Israels Verantwortung» aus der Feder von Ernest Goldberger, einem schweizerisch-israelischen Sozialwissenschaftler, Unternehmer und Autor, der 2009 in Israel verstorben ist.

Oliven und Asche

Schriftstellerinnen und Schriftsteller berichten über die israelische Besatzung in Palästina

Die israelische Besatzungspolitik: International gefeierte Autorinnen und Autoren machen sich vor Ort ein Bild.

Ayelet Waldman und Michael Chabon (Hrsg.)

Diese aufsehenerregende Anthologie vereint Essays, Reportagen und Kurzgeschichten von international gefeierten Autorinnen und Autoren und bezeugt die Katastrophe, die die israelische Besatzungspolitik für das Westjordanland und Gaza bis heute bedeutet. Für «Oliven und Asche» haben sich Ayelet Waldman und Michael Chabon mit der israelischen Organisation Breaking the Silence zusammengetan. Breaking the Silence wurde von ehemaligen israelischen Soldaten gegründet, die in den besetzten Gebieten gedient und Ungerechtigkeit direkt erlebt haben. Zusammen luden sie im letzten Jahr 26 international renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Eva Menasse, Dave Eggers, Colum McCann und Arnon Grünberg ein,  sich selbst vor Ort ein Bild von der Lage in den besetzten Gebieten zu machen. Entstanden sind eindrucksvolle, lebendige Geschichten und Reportagen, die uns den Alltag in Palästina erschreckend klar vor Augen treten lassen. Die Lesenden reisen etwa mit Rachel Kushner in ein palästinensisches Flüchtlingscamp mitten in Jerusalem, lernen mit Taiye Selasi etwas über die verbotene Liebe zwischen Israelis und Palästinensern oder lassen sich von Helon Habila die verblüffende Genese der israelischen Sperranlage erzählen.

Ein Blick auf das Jahr 2018 mit Andreas Baumeister

Wo hat der Schweizerische Heiligland-Verein 2018 Hilfe geleistet und seine Spenden eingesetzt? Ein Rückblick des Präsidenten Andreas Baumeister im Gespräch mit Corinne Rellstab auf ein bewegtes Jahr.

Quelle: RADIO MARIA

Welcome to Bethlehem

Hier leben Menschen wie in einem grossen Gefängnis. Blockaden und Checkpoints rauben ihnen Zeit und Lust, etwas ausserhalb der Sperrzone zu unternehmen. Ein Recht, sich normal zu bewegen, gibt es für sie nicht. In den beiden grossen Flüchtlingslagern der Stadt, Aida und Dhesche, kommt es täglich zu Scharmützeln mit dem israelischen Militär. Frauen, Männer und Kinder leben im Alarmzustand. Nachts wachen sie erschrocken auf, weil Schüsse fallen. Angst und Gefahr verdunkeln ihr Leben.

Bethlehem heute: Die Friedenstaube ist im Visier eines Scharfschützen, sie braucht eine Panzerweste – Graffiti des britischen Streetart-Künstlers Banksy, etwa 300 ­Meter entfernt vom Kontrollposten der Mauer in Bethlehem (Aufnahme aus dem Jahr 2015). | © Michael Meier

Vor 2000 Jahren wurde hier ein Hoffnungskind geboren. Die Reise seiner Mutter und seines Pflegevaters in die Stadt Davids war keine freiwillige, sondern von der römischen Besatzungsmacht befohlen. In der Herberge war kein Platz. Es gab kein Bett für die Gebärende und das Kind. Im Dunkeln leuchteten nur ein Stern und ein Glanz von Engeln. Und ein Hirtenlied vom Frieden war zu hören.

In Bethlehem ist das Evangelium der Liebe zur Welt gekommen. Friede wird gesät, wo Menschen trotz allem dem Menschen als Mensch begegnen, über alle Grenzen von Rasse, Nationalität und Religion hinweg. Bethlehem – Ort, wo der palästinensisch-is­raelische Konflikt brennt. Bethlehem – Insel der Hoffnung, wo Menschen in zahlreichen christlichen Initiativen erfahren, dass sie eine Würde besitzen und wertvoll sind. Etwa im Caritas Baby Hospital, im Holy-Child-Projekt, der Handwerkerschule oder der SIRA School (kinderhilfe-bethlehem.chheiligland.ch).

Andreas Baumeister, Pastoralassistent, Präsident Schweizerischer Heiligland-Verein

Hoffnung auf ein Syrien nach dem Krieg

Andreas Baumeister ist Präsident des Schweizerischen Heiligland-Vereins

An der ordentlichen Generalversammlung 2018 des Schweizerischen Heiligland-Vereins in Aesch wurden Andreas Baumeister (Aesch) zum Präsidenten und Ludwig ­Spirig-Huber (Bern) zum Vizepräsidenten gewählt. Seit einem Jahr hatten die beiden den Verein als Co-Präsidenten geführt.

Als Gast referierte Metropolit Nicolas Antiba, Patriachalvikar der griechisch-katholisch melkitischen Kirche aus Damaskus (Syrien), an der Generalversammlung über die pre­käre Lage der Christinnen und Christen in seiner Heimat. Bischof Antiba berichtete von Gewalt, Entführungen und Terror von islamistischen Rebellengruppen, die sich in den letzten beiden Jahren gezielt auch gegen christliche Dörfer und Einrichtungen, ins­besondere in seiner ehemaligen Diözese Hauran in Südsyrien richtete. Diese Gewalt zielte auf die systematische Vertreibung der christlichen Bevölkerung aus einem der Ursprungsländer des Christentums. Der Me­tropolit kritisierte den Westen, welcher der systematischen Gewalt in Syrien keinen Einhalt gebiete und die Waffenlieferungen durch die Türkei und durch arabische Länder an die verschiedenen Kriegsparteien weiter toleriere.

Das östliche Christentum, das zu verschwinden drohe, stehe in dieser Region für Freiheit, Humanität und Pluralität. Die Zahl junger Muslime, die heimlich zum Christentum konvertierten würden, weil sie ihre Geburtsreligion als unglaubwürdig erlebten, nehme zu, berichtete der Bischof. Besonders viele junge Christinnen und Christen besuchten das Gebet für den Frieden in der griechisch-melkitischen Kathedrale in Damaskus, das er jeden Sonntagabend anbiete.

Metropolit Antiba dankte dem Schweizerischen Heiligland-Verein für die jahrelange Unterstützung, die Landwirtschaftsprojekte, Wiederaufbauprojekte und Nothilfe für Hilfsbedürftige ermögliche. «Trotz allem bin ich voller Hoffnung auf ein Syrien nach dem Krieg», beschloss er seinen Vortrag.

Die Generalversammlung fand am 17. September im katholischen Pfarreiheim in Aesch BL statt. Der neue Präsident Andreas Baumeister (58), wohnhaft in Liestal, arbeitet seit drei Jahren in Aesch als Pastoralassistent im Seelsorgeverband Angenstein. Dass er das Präsidium des Schweizerischen Heiligland-Vereins nun allein führen würde, war bereits vor einem Jahr bei der Übernahme des Co-Präsidiums zusammen mit Ludwig Spirig-Huber so geplant.

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