Zusammenkunft in Rom: Ausbildung orientalischer Kirchenführer
Vom 15. bis 18. Juni 2026 trafen sich in Rom etwa fünfzig Vertreter von Hilfswerken aus aller Welt mit Mitarbeitenden des Dikasteriums für die orientalischen Kirchen sowie Referenten aus den orientalisch-katholischen Kirchen. Anlass war das jährliche Treffen der ROACO (Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali).

Hans Rahm nahm als Vertreter des
Schweizerischen Heiligland-Vereins
an der diesjährigen Vollversammlung
der Hilfswerke für die orientalischen
Kirchen teil.
Viele Kirchenführer und Professoren der theologischen Fakultäten der orientalisch-katholischen Kirchen haben ihr Studium in Rom fortgesetzt. Die grösseren Priesterseminare unterstehen dem Dikasterium für die orientalischen Kirchen, doch es gibt auch Herausforderungen. Neun der orientalischen Kollegien werden von diesem Dikasterium verwaltet und finanziert.

Die Leiter der Seminare wiesen auf Probleme hin: Nicht immer würden die für ein Weiterstudium geeignetsten Studenten nach Rom entsandt. Zudem fehle es vielen an den erforderlichen Italienischkenntnissen. Kardinal Claudio Gugerotti, Präfekt des Dikasteriums und Präsident der ROACO, schlug vor, ein propädeutisches Studienjahr einzuführen. Dieses soll den Studierenden helfen, die Sprache zu erlernen und sich wissenschaftlich vorzubereiten. Gleichzeitig würde es den Austausch zwischen den verschiedenen Traditionen und Riten fördern.

Bei der abschliessenden Papstaudienz betonte Papst Leo XIV., dass die Unterstützung einer Kirche nicht nur materielle Hilfe umfasse, sondern auch die Förderung ihrer Identität und Evangelisierungskraft. Diese basiere auf der Ausbildung der Amtsträger, die berufen seien, den geistlichen Reichtum ihrer Traditionen zu verbreiten.
Hans Rahm