Damit unsere Priester ihre pastorale Arbeit fortsetzen können
Der maronitische Erzbischof Charbel Abdallah aus dem Bistum Tyr war dieses Jahr Gast an unserer Mitgliederversammlung. Da die politische Situation im Südlibanon weiterhin sehr angespannt ist, konnte er nicht in die Schweiz kommen und war deshalb online zu unserer Versammlung zugeschaltet. Als Fokusprojekt 2025 bittet er um eine Unterstützung für den Klerus in seiner Diözese.
Er schreibt:
«Unsere Priester haben ein theologisches Studium absolviert. Viele verfügen zusätzlich über Abschlüsse in Philosophie, Kirchenrecht, Technik oder Geschichte. Neben ihren pastoralen Aufgaben arbeiten die meisten auch als Lehrer oder in anderen Berufen, um ihre Familien zu ernähren, denn die Pfarreien selbst können ihnen nur eine symbolische Unterstützung gewähren.

Die Ausbildung erfolgt überwiegend an der Päpstlichen Theologischen Fakultät der USEK in Kaslik bei Jounieh, etwa 15 Kilometer nördlich von Beirut, ergänzt durch spezielle Weiterbildungsprogramme. Unsere Priester sind verheiratet oder leben zölibatär. Viele von ihnen haben Familien, deren Unterhalt eine grosse Anstrengung erfordert. Häufig tragen auch die Ehefrauen mit einer Berufstätigkeit zum Familieneinkommen bei. Das Leben in den ländlichen Pfarreien ist einfach. Die Wohnbedingungen sind bescheiden. Medizinische Versorgung ist eingeschränkt und teuer, und die Ausbildung der Kinder – insbesondere ein Studium in Beirut – stellt die Familien vor grosse finanzielle Herausforderungen.
Pastorale Arbeit leisten die Priester unentgeltlich. Ihre eigentliche Versorgung sichern sie durch Unterrichtstätigkeit oder durch die Grosszügigkeit von Wohltätern. Messstipendien und Spenden des Erzbistums tragen dazu bei, die notwendigsten Ausgaben zu decken.

Seit Beginn der schweren Wirtschaftskrise 2019 im Libanon hat sich die finanzielle Situation unserer Priester drastisch verschlechtert. Durch die Abwertung der Landeswährung und die anhaltende Inflation reicht das Einkommen kaum für das Nötigste. Um bescheiden, aber würdig leben zu können, benötigt eine Familie rund 1’500 Dollar im Monat – ein Betrag, der für viele unerreichbar bleibt.
Trotz aller Schwierigkeiten und dem anhaltenden kriegerischen Konflikt erfüllen unsere Priester ihre Aufgabe mit grossem Engagement und Hingabe. Sie leben in enger Solidarität mit den Menschen, die ihnen anvertraut sind, und geben auch in einem vom Krieg gezeichneten Land das Evangelium weiter. Nur durch die Unterstützung grosszügiger Spenderinnen und Spender können sie ihren Dienst fortsetzen und Hoffnung schenken. Danke für Ihre Solidarität mit unseren Seelsorgern.»

Père Geries El Hage (geb. 1992) ist verheiratet und Vater von zwei kleinen Kindern. Zuerst hat er einen Bachelor in Biochemie gemacht. Nach dem Theologiestudium auf Französisch erwarb er auch den Master in Philosophie. 2021 wurde er zum Priester geweiht. Heute unterrichtet er auf Sekundarstufe an einer katholischen Schule, seine Ehefrau Lucie ist Heilpädagogin für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Père Fadi Felfeli (geb. 1985) ist ledig und wurde 2011 zum Priester geweiht. Er hat am Priesterseminar auf Französisch Theologie studiert und den Master in Philosophie gemacht. 2011 wurde er zum Priester geweiht. Er ist Pfarrer in Debel, einer der grössten Pfarreien der Diözese, und unterrichtet auf Sekundarstufe Philosophie. Sein besonderes Engagement gilt der Kranken- und Alterspastoral.

Père Toni Hanné (geb. 1968) ist verheiratet und Vater von sechs Kindern. Das Theologiestudium hat er in arabischer Sprache absolviert. 2005 erfolgte die Priesterweihe. Er ist Pfarrer der Pfarrei Hl. Joseph in Qawzah und auch Vikar in der Pfarrei Hl. Georg in Rmaïché.
Bilder: zvg
Vermerk Spende: Seelsorge im Südlibanon
Danke für Ihre Spende!